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Guten Tag, heute ist der 21.08.2017 :: English ::
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Pressekonferenz vom 26. April 2006

Frage: Mr. Chopra, glauben Sie, dass sich das indische Kino in den letzten Jahren verändert hat, um das internationale Publikum zu erreichen?

Yash Chopra: Ich denke nicht. Man hat diesen Abend gesehen, dass auch viele Franzosen das indische Kino lieben. Das indische Kino ist Bestandteil des internationalen Kinos und wird es auch immer bleiben.

 

Frage: Shahrukh, was halten Sie davon, dass die ganze Stadt heute Kopf steht?

Shahrukh: Ich danke erst einmal allen für den herzlichen Empfang. Ich bin sehr überwältigt und gerührt davon. Wir Akteure hier kommen alle aus einfachen familiären Verhältnissen und tun nur unsere Arbeit. Das Hauptanliegen unserer Arbeit ist es, die Leute zu unterhalten, sie zum Lachen zu bringen. Ich danke Gott sehr oft, wenn mir dies gelungen ist. Von dem Erfolg bin ich oft selbst sehr überrascht, ebenso wie meine Schauspiel-Kollegen und Freunde. Aber ich bitte Gott, dass es mir immer möglich sein wird, meine Fans zufrieden zu stellen.

 

Frage: Wie erklären Sie sich, dass viele französisch sprechende Afrikaner eher Bollywoodfilme schauen, als französisches Kino?

Shahrukh: Weil ich so süß bin?! (lacht). Wenn Sie sich hier im Raum umschauen, sehen Sie, dass wir alle aus verschiedenen Kulturen kommen. Doch es gibt universelle Themen in allen Kulturen: das sind Güte, Liebe und Hoffnung. Die Welt ist stets im Wandel, doch unsere Filme geben durch ihre Farben, ihre Gefühle und ihre Musik den Menschen Hoffnung.

Letztes Jahr sprach ich mit deutschen Freunden auch über diese Frage, warum sie unsere indischen Filme lieben. Sie meinten, dass unser Leben so technisiert ist, es für alles einen Knopf gibt: für den Geldautomat, fürs Autofahren, für die Liebe..., aber wir brauchen noch einen Knopf für Emotionen, um uns lebendig zu fühlen. Und ich denke, dieser Knopf ist das indische Kino. Und das ist auch das, was die Afrikaner vielleicht an unseren Filmen mögen. Es sind die universellen Themen wie Gefühl und Liebe, die in Afrika und überall ansprechen.

 

Frage: Wo Sie gerade von Gefühlen sprechen: Bollywoodfilme haben stetig wachsenden Erfolg hier in Europa, gerade in den letzten Jahren. Fehlt uns Europäern vielleicht etwas, das uns diese Filme geben können?

Yash Chopra: Wir machen die Filme, weil jeder Mensch sie liebt. In Indien ist Musik ein sehr wichtiger Bestandteil im Film, zusammen mit Gefühlen und Liebe. Erst in den letzten Jahren öffnete Europa seine Türen für den indischen Film. In den letzten fünf Jahren wurden zunehmend mehr Filme auch in Europa gedreht. Zudem ist ein guter Film unabhängig von der Sprache; man versteht ihn überall, egal ob in Polen, Frankreich, Deutschland oder England. Die Europäer sind ein liebendes und emotionales Volk und lieben daher auch Bollywood. Das ist auch der Grund, warum unsere Filme in Europa immer beliebter werden.

 

 

Frage: Shahrukh, warum kommen Sie erst jetzt nach Frankreich?

Shahrukh: Bisher gab es noch kein günstiges Ticket. (lacht) Aber im Ernst: wir Künstler und Produzenten sind sehr unsicher, wissen nicht, ob unsere Arbeit auch gemocht wird. Erst in den letzten Jahren empfing uns das europäische Publikum mit offenen Armen. Aber dennoch spricht das indische Kino eine andere Sprache als das westliche, zum Beispiel, was die Länge der Filme betrifft. Unsere Filme sind zu lang. Auch entsprechen sie nicht dem westlichen Standard, das was die Europäer gewohnt sind. Aber ich denke, die Filmemacher werden lernen, die Filme auch für Europäer interessanter zu machen. Ich bin hier nach Paris gekommen und habe mich in diese Stadt verliebt. Wenn also jemand ein Zimmer für mich hat: ich würde gern bleiben. Ich bedanke mich nochmals im Namen aller für den warmen Empfang.

 

Ich möchte noch etwas hinzufügen: Wir Inder schauen seit Jahren französische Filme, aber Gerard Depardieu kam schließlich auch noch nicht nach Indien!

 

Frage: Shahrukh, Sie sind schon 40 Jahre alt, schauen aber noch immer aus wie 20. Wie machen Sie das? Und übrigens: Sie können auch zu mir kommen, ich hätte noch ein Zimmer frei ;-)

Shahrukh: Schatz, für dich bin ich sogar erst 18 Jahre alt und du kannst mich adoptieren...

Es ist eine Menge Haarfärbemittel, die mich so jung aussehen lässt. Aber ich fühle mich auch nicht wie 40, nur meine Knie fühlen sich so alt. Ich fühle mich wirklich noch sehr jung. Yash Chopra lässt mich auch immer mit hübschen jungen Frauen zusammenarbeiten. Das ist das Geheimnis meines Erfolges: sich mit jungen hübschen Frauen zu umgeben, um jung zu bleiben.

 

 

Frage: Ein weiterer Star, Tom Cruise, ist heute ebenfalls für eine Premiere in der Stadt. Wo ist der Unterschied zwischen Tom und Ihnen, Mr. Khan, bzw. der Unterschied zwischen Hollywood und Bollywood?

Preity: Auf der einen Seite gibt es Shahrukh und auf der anderen Seite gibt es Toms, Brads...(lacht)

Shahrukh: Tom Cruise ist ein großartiger Schauspieler, aber er schaut aus wie 40 und ich nicht. (lacht) 

Bollywood ist nur ein Ausdruck für die indische Filmindustrie. Ich finde diesen Begriff etwas seltsam. Es gibt eigentlich keinen Unterschied. Indisches Kino ist wie französisches Kino, ist wie englisches Kino, ist wie chinesisches Kino oder japanisches Kino. Der einzige Unterschied liegt vielleicht darin, dass unsere Filme dem Zuschauer noch immer Phantasie und Hoffnung geben. Wir reisen nicht in Raumschiffen und retten die Welt vor Asteroiden. Wir sind nur Träumer: möchten schön heiraten, ein schönes Heim haben und eine schöne Beziehung führen, gute Freundschaften pflegen. Unsere Wünsche und Phantasien sind viel ursprünglicher und grundlegender. Wir sind noch ein Entwicklungsland und unsere Wünsche sind klein. Wir brauchen kein Luxusschlitten; ein Peugeot oder Mercedes würde uns schon reichen. Wir sind einfache und bodenständige Filmemacher ;-)

 

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