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01.01.2011 Von: BNA GERMANY®

Indische Bundesstaaten: Goa

Goa ist mit einer Gesamtfläche von 3.700 Quadratkilometern der kleinste und dennoch weltweit bekannteste Bundesstaat Indiens. An der Westküste Indiens am Arabischen Meer gelegen und nur eine Flugstunde von Mumbai entfernt, ist Goa nicht nur ein beliebtes Reiseziel für Inder, sondern erfreut sich seit Jahrzehnten auch international sehr großer Beliebtheit. Seit den 60er Jahren gilt Goa als Hippie-Paradies und Zentrum für Aussteiger aus aller Welt. Einen eher wenig schmeichelhaften Ruf erhielt Goa als Drogenparadies. Doch das ist schon längst nicht mehr so. Die Regierung Goas geht seit Jahren sehr streng gegen den Drogenkonsum vor. Und letztendlich hat Goa auch wesentlich mehr zu bieten als Hippies und Drogen- und Alkohol-Parties am Strand. Seit den 80er Jahren kaufen ausländische, vor allem westeuropäische Firmen große Teile der Küstengegend Goas, um dort Touristen - Ressorts zu errichten, was heute das Bild der nationalen Küstenstraße - dem National Highway NH 17 - zwischen Goa und Mumbai stark prägt. Hier reiht sich heute von Ort zu Ort ein Urlaubsressort an das andere.


Panjim

Church of Our Lady of Immaculate Conception in Panjim

Calangute

Calangute

Frischer Fisch vom Markt

Frischer Fisch vom Markt

In den letzten Jahren entwickelte sich Goa auch zu einer beliebten Film-Location und bietet das ganze Jahr über ein buntes kulturelles Programm. Das beliebteste hinduistische Fest ist Ganesh Chaturthi, aber auch Diwali und Dusshera werden groß gefeiert. Zudem wird von der christlichen Bevölkerung neben Weihnachten und Ostern auch der Karneval gefeiert, welcher zunehmend zu einer Touristenattraktion geworden ist. Die Wirtschaft wächst in diesem Bundesstaat schneller als in irgendeinem anderen Bundesstaat Indiens. Dank des Tourismus und des hohen Industrialisierungsgrades ist Goa der reichste Bundesstaat. Das Pro-Kopf-Einkommen ist dreimal so hoch wie im Rest Indiens. Allerdings schwächelt auch Goa, wie der Rest des Landes bei der Infrastruktur. Das Klima in Goa ist tropisch und wird durch den Monsun bestimmt. Der Sommermonsun beginnt im Juni und dauert im Schnitt bis September. Daher ist die beste Reisezeit die Zeit zwischen November und März. Dann betragen die Durchschnittstemperaturen angenehme 27 Grad Celsius. Ab April bis zum Einsetzen des Monsuns ist es in Goa unangenehm feucht-heiß mit bis zu 35 Grad Celsius Durchschnittstemperatur.

Das Klima Goas wirkt sich auch positiv auch die Natur aus. Mehr als 38 Prozent des Staates sind bewaldet. Vor allem im Berg- und Hochland über 500 Metern befinden sich immergrüne Feuchtwälder mit Magnoliengewächsen, Feigen-, Teak- und Salbäumen, sowie Bambus und Farnen. Das Tiefland Goas ist eher durch den Ackerbau geprägt. Hier sieht man sehr oft Reisfelder. Daneben werden auch Zuckerrohr, Kokos- und Cashew-Nüsse angebaut, aber auch Mangos, Bananen und Ananas. Zudem ist das Landschaftsbild im Tiefland und vor allem an den Fluss- und Meeresufern durch Palmengewächse wie der Kokospalme geprägt. 

Die Fischerei ist in Goa von besonderer Wichtigkeit, was sich auch in der einheimischen Küche widerspiegelt. Neben der Agrarwirtschaft und der Fischerei ist der wichtigste Industriezweig Goas der Eisenerzabbau. Goa ist besonders rohstoffreich und zählt zu den Haupteisenerzerzeugern Indiens. Ein großer Teil davon wird vor allem nach Japan exportiert.

Von 1510 bis 1961 war Goa portugiesische Kolonie. Dies hat bis heute noch verschiedene Folgen. So ist ein Drittel der Bevölkerung katholisch und stellt gegenüber dem Hinduismus eine starke Minderheit dar. Neben Bengalen ist Goa der einzige Bundesstaat, in welchem auch Kühe getötet werden dürfen. Die Architektur und die Kleidung vor allem der Frauen erinnern in ganz Goa an die portugiesische Kolonialzeit. Statt Saris tragen die Frauen hier als traditionelle Kleidung eher lateinamerikanisch angehauchte Kleider. Und noch heute sprechen einige, vor allem ältere Bewohner Goas neben der offiziellen Amtssprache Konkani auch Portugiesisch. Portugiesisch wird jedoch mittlerweile mehr und mehr durch Englisch verdrängt. Mit der Jahrhunderte langen Kolonialherrschaft der Portugiesen gingen auch nachhaltige kulturelle Einflüsse einher, sodass Goa heute von allen Regionen Indiens am stärksten europäisch geprägt ist. Seit Goas Zugehörigkeit zu Indien sind jedoch viele Elemente mediterraner Kultur zurückgedrängt worden.

Die Hauptstadt Goas ist Panaji. Panaji liegt in der Mitte Goas an der Küste des Arabischen Meeres und den Ufern des Flusses Mandovi und hat über 60.000 Einwohner. Zur Tourismus-Hochsaison leben hier jedoch über 200.000 Menschen. Im Jahr 1759 wurde die Stadt Sitz des Vizekönigs, 1843 dann Hauptstadt der Kolonie. Seit 1987, als Goa zum indischen Bundesstaat proklamiert wurde, ist Panaji dessen Hauptstadt. In Panaji finden sich zahlreiche Gebäude im portugiesischen Kolonialstil, darunter die Kirche „Our Lady Of The Immaculate Conception“ (Unsere Frau der unbefleckten Empfängnis), die Polizeistation der Stadt, das Old Goa Medical College und der Maquinez-Palast. Seit 2004 findet rund um den Maquinez-Palast und das Old Goa Medical College das weltbekannte International Film Festival of India statt.

Nicht nur in Panaji, sondern in ganz Goa haben die portugiesischen Kolonialherrscher in der Architektur ein herausragendes Erbe hinterlassen, was sich vor allem in den zahlreichen Sakralbauten widerspiegelt. Vor allem in Old Goa finden sich viele Kirchen und Klöster, die seit 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. So liegen beispielsweise in der Basilika Bom Jesu die Gebeine Francisco de Xaviers (der Heilige Franziskus Xaver), der von vielen Katholiken als Schutzheiliger Goas angesehen wird. Eine ebenso schöne Kirche befindet sich in Siolim: die St. Anthony’s Church. Aber auch die hinduistischen Tempel, wie der wunderschöne Maruti Tempel auf dem Altinho Hill in Panaji zeigen von unglaublicher Architektur.

Wer sich weniger der Geschichte und der Architektur Goas widmen will, dem bieten sich die unzähligen Strände an der Küste Goas an. Besonders beliebte Urlaubsziele hier sind die Orte Baga, Calangute, Anjuna, Arambol, Colva oder Vagator. Hier spielt sich das Leben vor allem abends und nachts auf den Straßen und in den vielen Strandbars ab. Händler werben bis in die tiefe Nacht hinein an ihren Ständen für Kleidung, Schuhe, Schmuck und Handarbeiten. Viele der Strandbars stehen allerdings auf illegalem Boden, auf Land, welches der Regierung gehört. So passiert es nicht selten, dass Bars an der einen Stelle verschwinden und wenig später an anderer Stelle neu eröffnet werden. Wie überall in Indien gilt bei den Straßenhändlern, aber auch in den Geschäften: den Preis runterhandeln. 

Zwischen den einzelnen Urlaubsorten und generell in ganz Goa empfiehlt es sich, eher mit einem Motorrad als mit einem Auto das Land zu entdecken. Die Straßen, selbst der National Highway, sind schlecht ausgebaut, es gibt kaum Straßenbeleuchtung und Fußgänger sind aus Mangel an Gehsteigen darauf angewiesen, auf der Straße zu laufen. Vor allem in den Urlaubsorten gibt es einen chronischen Mangel an Parkplätzen. Daher eignen sich auch aus diesem Grund Mofas und Motorräder besser zur Mobilität. 

Die Natur von ihrer schönsten Seite zeigt sich an den bekannten Doodhsaagar Wasserfällen oder auch in den Wäldern von Sattari. Hier kann man vor allem in der Regenzeit besonders viele Schmetterlinge in allen Farben und Arten entdecken. Mit all dieser Schönheit, die sich hier offenbart, wird sofort klar, warum Goa zu einem so beliebten Urlaubsziel geworden ist und jährlich über zwei Millionen Touristen anzieht. Wann kommen Sie?


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