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01.05.2011 Von: BNA GERMANY®

Im Profil: Lata Mangeshkar - Göttin der indischen Filmmusik

Sie ist der Stolz Indiens, die Beste der Besten, die Nachtigall aus Indien. Zwar singt sie nicht mehr, aber niemand wird ihre Stimme je vergessen. Ob „Veer Zara“ oder „Kabhi Khushi Kabhi Gham“: sie ist die eine Sängerin, die von allen verehrt wird, von Musikern, Musikdirektoren und Sängern. Die Rede ist von Lata Mangeshkar.


Lata Mangeshkar

Lata Mangeshkar

Geboren wurde sie am 28. September 1929 und begann ihre Karriere schon in 1942. Für mehr als sieben Jahrzehnte war sie die Königin der indischen Play Back Sänger. In ihrer langen Karriere hat sie für mehr als 1.000 Bollywoodfilme die Lieder eingesungen und dies in über 36 Regionalsprachen Indiens, ebenso wie in ausländischen Sprachen. Geboren in eine illustere Sängerfamilie namens Mangeshkars aus Goa war sie der älteste Zögling. In der Szene machte sie bereits mit 13 auf sehr laute Art und Weise von sich reden und ist nie wieder daraus verschwunden. Nachdem sie einmal den Weg aufgezeichnet hatte, folgte ihr ihre jüngere Schwester Asha Bhosle und wurde fast so berühmt wie sie. Die Regierung wurde auf ihren Beitrag und ihr Engagement aufmerksam und als zweiter Sänger der indischen Geschichte wurde sie mit dem höchsten Awards Indiens ausgezeichnet, dem Bharat Ratna. 

Sie ist die einzige Sängerin der Welt, die 1948 - 1974 ungefähr 25.000 Solos, Duette und Background-begleitete Lieder aufgezeichnet hat und das in 20 verschiedenen indischen Sprachen. 30.000 waren es alleine in den Jahren zwischen 1948 und 1987. Im Laufe der Jahre kamen bei manchen Zweifel an der Echtheit dieser Zahlen auf, während andere Quellen diese Zahlen weiterhin zu belegen versuchen. 

Ursprünglich wurde sie bei ihrer Geburt mit dem Namen Hema bedacht und sie erhielt ihren ersten Musikunterricht von ihrem Vater. Im Alter von 5 Jahren begann sie bereits als Schauspielerin in den Musical - Stücken des Vaters zu spielen. An ihrem ersten Schultag unterrichtete sie die anderen Kinder in der Gesangskunst. Als ihr Lehrer das verbot, wurde sie so sauer, dass sie einfach nicht mehr zur Schule ging. 

1942 war Mangeshkar 13 Jahre als und ihr Vater starb an einem Herzleiden. Durch Freunde der Familie konnte sie aber dennoch Fuß fassen in der indischen Filmindustrie. In den frühen 40er Jahren war es sehr schwer, dort unterzukommen und man musste schon ein besonderes Talent vorweisen können. Ihr Leben war kein Zuckerschlecken, ihr allererster Song wurde aus dem Film geschnitten. Sie zog 1945 nach Mumbai und nahm ab sofort bei Ustad Amanat Ali Khan Unterricht in Hindustanischer klassischer Musik. Alsbald traf sie auf den Musikdirektor Vasant Desai, ab hier ist der Rest bekannt. 

Der Bollywood Musikdirektor Ghulam Haider wurde im Gesangsbereich ihr Mentor. Er stellte sie dem Produzenten Sashadhar Mukherjee vor, der damals an dem Film „Shaheed“ arbeitete (1948). Er verwarf ihre Stimme aber als „zu dünn“. Haider selber sorgte für Latas Durchbruch mit dem Song „Dil Mera Toda“ (Mir wurde das Herz gebrochen) aus dem Film Majboor (1948). Zunächst wurde ihr nachgesagt Noor Jehans Vorbild nachzustreben, danach entwickelte sie aber ihren ganz eigenen Stil. 

Mit dem Lied „Aayega Aanewaala“ aus dem Film Mahal (1949) trat ihr Leben in einen Wendepunkt. Das Lied wurde für den Film von Khemchand Prakash geschrieben und von der Schauspielerin Madhubala lippensynchronisiert. In den 50ern erstrahlte sie in voller Blüte, als jeder Musikdirektor sie für den Gesang einsetzen wollte. Die Liste der bekannten Namen ist ausgesprochen lang: Anil Biswas, Shankar-Jaikishan, Naushad, S. D. Burman, C. Ramchandra, Hemant Kumar, Salil Chowdhury, Khayyam, Ravi, Sajjad Hussain, Roshan, Kalyanji-Anandji, Vasant Desai, Sudhir Phadke, Hansraj Behl, Madan Mohan, und Usha Khanna.

Die Sänger dieser Zeit hatten immer eine klare klassische Grundausrichtung und auch Lata bildete da keine Ausnahme. Tatsächlich war sie besser als die meisten und dazu noch mit einer attraktiven Stimme. Ihr leichtfüßiger Umgang mit der klassischen indischen Musik sorgte dafür, dass sie viele klassische Songs sang, so z.Bst. Baiju Bawra (1952), Mughal-E-Azam (1960) und Kohinoor (1960). Das Duo Shankar-Jaikishan wählte Mangeshkar für Aag (1953), Shree 420 (1955) und Chori Chori (1956). Schon vor 1957 wählte der Komponist Sachin Dev Burman Lata als weibliche Hauptstimme seiner musikalischen Beiträge in Sazaa (1951), House No. 44 (1955) und Devdas (1955).

Es ist beinahe unmöglich, ihre besonderen Lieder herauszustellen, garantiert wegweisend sind aber die Songs aus Filmen wie „Anarkali“, „Albela“, „Adalat“, Pyar Kiya To Darna Kya aus „Mughal-E-Azam”,. Hai Yeh aus „Dil Apna Aur Preet Parai”, „Allah Tere Naam“. Ihr Lied Kahin deep jale kahin dile aus „Bees Saal Baad“ ist bis heute Kult. 

Am 27. Juni 1963 sang sie vor dem Hintergrund des Chino-Indischen Kriegs  einen patriotischen Song à la Marlene Dietrich: „Ae Mere Watan Ke Logon“ („Oh, du Volk meines Landes“) Der damalige Premierminister Indiens Jawaharlal Nehru war dabei auch zugegen. Man sagt, das Lied, dass von C. Ramchandra komponiert und von Pradeep geschrieben wurde, habe den Premierminister zu Tränen gerührt. 

In 1963 wandte sich Mangeshkar der Zusammenarbeit mit S.D. Burman zu. Neben seinem allerersten Film „Chhote Nawaab“ sang sie auch in seinen späteren Filmen wie „Bhoot Bangla“ (1965), „Pati Pati“ (1966), „Baharon ke Sapne“ (1967) und „Abhilasha“ (1969). Ebenso nahm sie einige populäre Lieder für Burman auf, darunter „Aaj Pir Jeene Ki Tamanna Hai“, „Gata Rahe Mera Dil“ (ein Duett mit Kishore Kumar) und „Piya Tose“ und „Hothon Pe Aisi Baar“ aus Jewel Thief (1967).

Madan Mohan erweckte das Beste in Lata. Ihre Nummern wie „Aap Ki Nazron Ne Samjha“ (Deine Augen halten mich wertvoll genug für die Liebe) aus Anpadh (1962), „Lag Ja Gale“ (Umarme mich) und „Naina Barse Rim Jhim“ (Meine Augen regnen) aus Woh Kaun Thi (1964) und „Tu Jahan Chalega“ (Wo auch immer Du hin gehst) aus „Mera Saaya“ (1966) sind immer noch, nach einem halben Jahrhundert, mit die beliebtesten Lieder bei jedem Radio- & Fernsehsender. 

Lata Mangeshkar hat Duette aufgezeichnet mit Mukesh, Manna Dey, Mohammed Rafi und Kishore Kumar. In den 60ern hatte sie allerdings keinen guten Stand bei Mohammed Rafi. Ein Komponist bekommt 5% des Gewinnes, den ein Lied einspielt; Mangeshkar forderte davon die Hälfte. Rafi nahm aber die konträre Position ein, dass der Anspruch auf einen finanziellen Erlös für den Sänger mit der vereinbarten Songgage erfüllt ist.

1972 wurde „Pakeezah“ veröffentlicht, Meena Kumaris letzter Film. In dem Film kamen erfolgreiche Lieder vor wie „Chalte Chalte“ (auf dem Weg) und „Inhi Logon Ne“ (Diese Leute erhaschten meine Kleider) gesungen von Lata Mangeshkar und komponiert von Ghulam Mohammed. Ihre Songs aus den 70ern wie „Rangeela Re“ aus „Prem Pujari“ (1970), „Khilte Hain Gul Yahaan“ (Hier erblühen die Blumen) aus „Sharmeelee“ (1971) und „Piya Bina“ (Ohne meine Liebe) aus „Abhimaan“ (1973) sind für immer ins Gedächtnis geprägt. Andere nennenswerte Lieder sind aus „Amar Prem“ (1972), Caravan (1971), Kati Patang ( 1971) und Aandhi (1975). Sie war ausgezeichnet darin, das besondere Flair einzufangen und mit der perfekten Intonation wiederzugeben. 

1973 gewann sie den National Award als beste weibliche Playback Sängerin für den Song „Beeti Na Bitai“ (Die Nacht weigerte sich zu verblassen) aus dem Film „Parichay“, komponiert von R.D. Burman und geschrieben von Gulzar. 1975 gewann sie ihn erneut für das Lied „Roothe Roothe Piya“ (Mein wütender Schatz) aus dem Film „Kora Kagaz“, komponiert von Kalyanji-Anandji.

Ihre Reise führte sie in die 80er und auch das mit ungebrochener Beliebtheit. Die Söhne der Musikregisseure wie Anu Malik und Aanand Milind übernahmen das Geschehen. Die Generation der Komponisten wechselte, aber sie blieb ungeachtet ihres Alters – beständig wie eine Naturgewalt in ihrer Performance. Sie gewann ihren dritten National Film Award als beste Playback Sängerin für das Lied „Yaara Sili Sili“ aus dem Film „Lekin“( 1990). Ihre Titel, die sie für Jatin-Lalit und Nadeem-Shravan in den 90er Jahren einsang sind immer noch sehr beliebt. Dies schließt auch ewigwährende Hits wie Maine Oyar Kiya (1989, im Debütfilm von Salman Khan, „Maine pyar kiya“) und Hum Aapke Hain Kaun (1994) mit Salman Khan und Madhuri Dixit als Stars, ein. 

Ihre Zusammenarbeit mit Yash Chopra war womöglich die Längste. Lata hat beinah alles für Yash Chopra und Yashraj gesungen, darunter auch „Chandni“ (1989) mit Sridevi, „Lamhe“ (1991) mit Sridevi und Anil Kapoor, „Darr“ (1993) mit SRK und Kajol, „Yeh Dillagi“ (1994), ), „Dilwale Dulhaniya Le Jayenge” (1995) mit Shahrukh und Kajol, „Dil To Pagal Hai” (1997) mit Shahrukh, Madhuri Dixit und Karisma Kapoor und später „Mohabbatein” (2000) mit Shahrukh und Aishwarya Rai, „Mujhse Dosti Karoge” (2002) und „Veer Zaara” (2004) mit Shahrukh, Preity Zinta and Rani Mukherjee.

Als A.R.Rahman in den 90ern auf der Bildfläche erschien war sie bereits auf dem Weg in ihre 70er, sang aber Lieder wie „Jiya Jale“ in „Dil Se“ mit Preita Zinta, „Lukka chuppi“ in „Rang de Basanti“ und „O Paalan haare“ in „Lagaa“n. Rahmans Guru Illayaraja stand dem in nichts nach und er setzte ihre Stimme in Telegu und Tamil Filmen ein. 

Es gibt wohl kaum einen bekannten indischen Award, den sie nicht gewonnen hat. Sie hat sich jetzt als aktive Sängerin zurückgezogen, ihre öffentlichen Auftritte sind sehr selten gestreut. Dennoch ist ihr Kultstatus ungebrochen - beinah wirkt sie wie die Göttin der indischen Musik.


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