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01.03.2011 Von: BNA GERMANY®

Indische Bundesstaaten: Westbengalen

Die im Himalaya entspringenden Flüsse strömen hinunter in die Ebenen im Norden und schlängeln sich dann langsam ins östliche Indien, um sich in riesige Wasserstraßen zu verwandeln, wenn sie den Staat Westbengalen erreichen. Wasser unterstreicht die Kultur dieses kulturell enorm reichen indischen Bundesstaates. Dieser große Staat mit einer Fläche von 88.725 Quadratkilometern erstreckt sich vom Himalaya im Norden bis zur Bucht von Bengalen im Süden. Sikkim und Bhutan die die nördlichen Nachbarländer, im Osten sind die Assam und Bangladesch. Bengalen ist geografisch gesehen zweigeteilt: in den durch den Himalaya geprägten Norden und die Schwemmlandebenen.


Bengalischer Tiger

Bengalischer Tiger

Der Toy Train in Darjeeling

Der Toy Train in Darjeeling

Das Victoria Memorial in Kolkata

Das Victoria Memorial in Kolkata

Sunderbans

Sunderbans

Zwischen solcher Unterschiedlichkeit liegt Sandakfu, der höchste Gipfel der Darjeeling - Himalaya Gebirgsregion in der äußersten nördlichen Ecke. Der Rest von Bengalen ist meist Schwemmlandebene, durch Erosion gebildetes Sumpfgebiet. Bengalen besitzt auch das weltweit größte Flussdelta, die Sundarbans , das durch des Ganges, der hier als Hooghly bezeichnet wird, gebildet wurde und den weltweit größten Mangrovenwald beherbergt. Der Ganges teilt sich in Westbengalen. Ein Arm fließt als Padma oder Pôdda nach Bangladesch, während der andere als Bhagirathi und Hoogly Fluss durch Westbengalen fließt. Die Flüsse Teesta, Torsa, Jaldhaka und Mahananda verlaufen in der nördlichen hügeligen Region. Die Gegend der westlichen Hochebene kennt Flüsse wie den Damodar, Ajay und Kangsabati. Das Ganges-Delta und die Sundarban Gegend können ebenfalls zahlreiche Flüsse und Bäche aufweisen. Das Wasser bestimmt daher hier in gewisser Weise das Leben und die Kultur.

Bengalen ist ein historischer Staat mit einer langen Vergangenheit und einem großem Erbe. Überreste in der Region Bengalen datieren bis zu 4.000 Jahre zurück. Westbengalen bietet unzählige Tourismus Möglichkeiten, angefangen bei einer Wildtier - Safari in den Sundarbans bis hin zum Bergsteigen in Darjeeling, Trekking- und Wandertouren, Wassersport, Bootsausflüge, Vogelbeobachten, kulturgeschichtliche Touren, religiöse Ausflüge, kulturelle Touren, kulinarische Köstlichkeiten, Jahrmärkte, Feste und Festivals.

Neben der Bucht von Bengalen liegt das kleine Seebad Digha. Als kleine und ruhige Stadt war Digha früher unter dem Namen Beerkul bekannt und wurde von Warren Hastings im Jahr 1780 in einem seiner Briefe an seine Ehefrau in Großbritannien als das „Brighton des Ostens“ bezeichnet. Ein ruhiges Leben mit Sonnenauf- und -untergängen wie im Bilderbuch sind hier die Hauptattraktion. Eine ausreichende Anzahl an Hotels mit guter Qualität bietet hier Unterkunft zu günstigen Preisen. Der Ort kann über Kolkata, 187 KM entfernt, auf dem Straßenweg erreicht werden. Digha hat einen Steinstrand, an dem man sogar noch während der Ebbe tauchen kann. Ungefähr 14 KM entfernt von Digha liegt das Shankarpur Fishing Harbour Project, der kleine Hafen wird gerade zu einem Strand- und Seebad ausgebaut.

Südlich von Kolkatta gelegen sind die Sundarbans, eines der einzigartigen Öko-Systeme in diesem Teil der Welt, das von Mangrovenwäldern dominiert wird. Das Delta, das durch den Ganges gebildet wird, erstreckt sich auf über 54 Inseln. Die Region hat ein tropisches Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern, die sich im Sommer zwischen 42° und 37° C bewegen. Im Winter liegen die Temperaturen zwischen 29° und 9° C.

Die Sundarbans sind das größte Mündungsdelta der Welt und die größte Kolonie des Bengalischen Königstigers. Das Sundarbans Tigerreservat erstreckt sich über eine Fläche von 2.585 Quadratkilometern. Das Herzstück von 1.330 Quadratkilometern ist ein ausgewiesenes Tierschutzgebiet für bedrohte Arten und Weltkulturerbe. Der Wald hier hat eine Tigerpopulation von 287 Tieren. Die Sundarbans stellen auch ein wichtiges Habitat für eine Anzahl von Reptilien wie Flussschildkröten, Meeresschildkröten, Sumpfkrokodile, Echsen, Varane, Wasserreptilien und den Indischen Python dar. Die Bäche der Sundarbans sind die Laichgebiete von mehr als 90 Fischarten, 48 Krebs- und Krabbenarten und einer großen Artenvielfalt von Weich- und Schalentieren.

Ganz in der Nähe bietet Sajnekhali ein Vogelschutzgebiet und ist auch der einzige Ort, der ein Hotel in der Gegend vorweisen kann. Es gibt hier auch ein Mangroven - Forschungszentrum. In Sajnekhali, Sudhanyakhali, Netidhopan, Haldi und einigen anderen Orten gibt es Aussichtstürme und Vogelbeobachtungstürme. Andere ebenso interessante Plätze in der Region sind zum Beispie Netidhopan, wo es die Ruinen eines 400 Jahre alten Tempels zu bestaunen gibt; Holiday Island, das ein Rückzugsgebiet für die Muntjaks, einer Hirschart, sowie für die Kanaks ist und ebenso als Brutgebiet für Meeresschildkröten dient. Die Menschen vor Ort glauben, dass Bonbibi, die Göttin des Waldes, die Holzfäller, Honigsammler und Fischer auf ihren gefährlichen Unternehmungen in diesen Wäldern beschützt.

Die Region ist über das Straßennetz, per Eisenbahn, Schiff und Luftfahrt erreichbar. Der Flughafen von Kolkata ist 166 Kilometer entfernt, der nächste Bahnhof liegt in Canning in 48 KM Entfernung und die nächste Stadt ist Gosaba, 50 KM entfernt. Die Sundarbans sind nur über den Fluss erreichbar. Die Fähr- und Bootzeiten betragen zwischen 1 und 3 Stunden von verschiedenen Ausgangspunkten aus.

Nordbengalen bietet mit dem Charme des Himalayas ein ganz anderes Bild. Es repräsentiert die perfekte Mischung von gemäßigtem und subtropischem Klima, die Berge von Darjeeling zeigen eine große Vielfalt an Flora und Fauna. Die Region beherbergt mehr als 7.000 Arten von Blühpflanzen, genauso wie zahlreiche kleine und schöne Grünpflanzen, Algen, Pilze, Moose und Flechten. Bekannt als „Königin der Berge“ ist Darjeeling ebenso Heimat für eine Anzahl seltener Arten. Im Frühling gibt es Pfirsiche, Birnen und Kirschen im Überfluss, genauso wie wunderschöne Blüten und die weltweit größte Orchideenzahl.

Tee und Darjeeling sind heutzutage fast Synonyme. Der biologisch angebaute Tee Darjeelings hat weltweit einen guten Ruf, die meisten der in Darjeeling angebauten und produzierten Sorten sind Schwarzteesorten mit blumigen, fruchtigen, nussigen oder würzigen Aromen. Oolong Tee - ein halbfermentierter schöner und ausgewogener Tee mit einem Hauch süßlichen Aromas - , Grüner Tee, Weißer Tee, Teemischungen, Aromatisierter Tee, Duft-Tee und jahreszeitliche Mischungen. In Darjeeling kann man in den Teegärten eine Rast einlegen und den Tee seiner Wahl in dessen natürlicher Umgebung genießen.

Wenn Sie in Darjeeling nach einem Abenteuer Ausschau halten sollten, dann kann es nichts Spannenderes geben als die Darjeeling Seilbahnen. Sie sind beliebte Touristenattraktion mit Fahrspaß, in denen die Touristen das Panorama aus großer Höhe genießen können. Darjeeling besitzt zwei lange Seilbahn-Systeme; die Hauptseilbahn verbindet Darjeeling mit der Bodenstation Bijanbari, einer Stadt im Rangit Tal. Es ist die längste Seilbahn Asiens und sie verläuft in der Nähe des Padmaja Naidu Himalaya Zoos. Eine weitere Attraktion für Touristen in Darjeeling ist der weltberühmte Toy Train, die Eisenbahn. Sie hatte ihre Jungfernfahrt im September 1881. Der Zug verkehrt noch immer in typisch orientalischer Manier in den Bergen Darjeelings, genau wie er es bereits im 19 Jahrhundert getan hat.

Darjeeling ist durch die Luft, über die Eisenbahn und Straße erreichbar. Die Flugverbindungen laufen über Kolkata und Guwahati, die Zugverbindung ebenso. Kolkata ist 750 Kilometer und Guwahati 590 Kilometer weit entfernt. Die beste Wahl ist der Zug oder das Flugzeug. Das Wetter ist nahezu das ganze Jahr über angenehm, aber am schönsten ist die Region im Frühling.

Wenn Sie sich für Geschichte interessieren ist Bishnupur der Ort Ihrer Wahl. Bekannt für die Tempelarchitektur und die Terrakotta - Wandmalereien der Malla Dynastie ist Bishnupur eine Freude für jeden Besucher. Die Handwerksprodukte von Bishnupur sind eine zusätzliche Attraktion, sie sind häufig mit mythischen Szenen und Legendendarstellungen verziert. Die beste Zeit für einen Besuch hier ist der indische Winter, November bis Februar. Bishnupur kann über Luft, Straße und Schienen erreicht werden. Der nächste internationale Flughafen ist in Kolkata und damit rund 135 KM entfernt.

Westbengalen ist auch ein Hort großer Kultur, sei es Musik, Tanz, Drama, Film, Handwerk und sonstige Künste, es ist Vorreiter und Trendsetter. Hier liegt die Santiniketan, die Universität, die von Rabindranath Tagore gegründet wurde. Seine Musik ist als „Sabindra Sangeet“ bekannt geworden und in Bengalen findet man die meisten Hinterlassenschaften hiervon. Bengalen hat auch einige der größten Filmemacher hervorgebracht, so z.B. Satyajit Ray, Mrinal Sen, Ritwik Ghatak, Tapan Sinha und Budhadeb Dasgupta. Sie haben wichtige Filme gedreht und dafür weltweit Anerkennung erhalten.

Keine Erwähnung Westbengalens wäre vollständig ohne das Fest „Durga Puja“, wenn Bengalen im Lichterglanz erstrahlt und die besten Speisen gemeinsam mit Gebets-Pavillons in jeder Stadt präsentiert werden und jeder versucht, das schönste Bild der Göttin zu zeigen. Der gesamte Staat steht für zehn Tage im Oktober still, wenn die Alten und Jungen sich treffen, um diesen Anlass in den Straßen ausgiebig zu feiern. Den ganzen Tag lang werden Musik und Tanzwettbewerbe veranstaltet. Jeden Abend gibt es Konzerte in jeder Ecke jeder Stadt und die Festmähler setzten sich fort. Am letzten Tag wird die Göttin zurück in ihr Reich geschickt, indem die Statuen im Fluss oder dem Meer versenkt werden. Menschenmengen treiben durch die Straßen, um diesen letzen Umzug der Göttin Durga mitzuerleben. Die Farben und die Fröhlichkeit des Festes sind unübertroffen.

Kolkata, die Hauptstadt Westbengalens ist nicht weniger anziehend. Sie liegt auf der linken Uferseite des Hooghly – Flusses, dem Ganges. Ausgrabungen in Chandraketurgarh, einer Ausgrabungsstätte ganz in der Nähe, weisen auf eine Zivilisation hin, die in dieser Gegend seit mehr als Zweitausend Jahren blüht. Die gut dokumentierte Geschichte der Stadt beginnt allerdings erst mit der Ankunft der British India Company im Jahre 1690, die ihre Handelsgeschäfte in Bengalen an diesem Ort bündelte.

Einst bekannt als die „Stadt der Paläste“ hat Kolkata das Victoria Memorial, das schon fast als Wahrzeichen der Stadt zu bezeichnen ist. Als eins der größten Monumente wurde das Victoria Memorial nach dem Vorbild des Taj Mahal entworfen und 1906 in Auftrag gegeben. Der Öffentlichkeit wurde es 1921 übergeben und es war durch den Architekten William Emerson und dessen Zögling Vincent Esch errichtet worden. Das Memorial enthält zahlreiche Gemälde der britischen Königsfamilie, Miniaturansichten aus der Mughal - Ära, Ölgemälde aus der Company - Ära (wovon besonders das Onkel-Neffe Paar Thomas Daniell und William Daniell hervorzuheben ist), geschichtliche Artefakte wie der der Thron des Nawab (Herrschers) von Bengalen, viele Lithografien und Dokumente von historischem Interesse und verschiedene Relikte aus der Nach-Raj Ära, die für die Geschichte Kolkatas von Bedeutung sind. Das Memorial liegt inmitten weitläufiger und gepflegter Rasenflächen und wird nachts beleuchtet. Jeden Abend findet eine audio-visuelle Laser Show auf den Grünflächen statt. Es wird mit Stolz und Freude betrachtet und in Kolkata nennt man es umgangssprachlich auch „das Victoria“.

Das Indische Museum ist das größte Museum in Asien und das älteste in der asiatisch-pazifischen Region, es wurde 1813 gegründet. Es beherbergt die wahrscheinlich größte Sammlung indischer Naturgeschichte und eine Indische Kunstsammlung, die dem Smithsonian in Washington und dem British Museum in London Konkurrenz macht. Besonders erwähnenswert sind die Meteoritenhalle und die Dinosaurierhalle in der Abteilung Naturgeschichte und Geologie, die Münzabteilung und die Sammlungen der Gandhara Kunst, Burmesischer Holzschnitzereien, Moghul - Miniaturzeichnungen und tibetanischer Fahnen in der Abteilung Indische Kunst.

Der Marmorpalast ist eine Privatsammlung beachtenswerter Skulpturen, Gemälde und eine kleine Tierausstellung im Norden Kolkatas. 1835 wurde es von Raja Rajendra Mullick erbaut und es beherbergt unter weiteren Schätzen zwei relativ unbekannte Reuben Gemälde, einen Joshua Reynold und über 50 Marmorarten, die das innere dieses Herrensitzes verzieren.

Das Birla Industrie und Technik Museum, das nach dem Vorbild des Deutschen Museum in München gestaltet wurde, bietet beliebte interaktive Wissenschaftsausstellungen und eine bedeutende Sammlung historischer Industrieller Errungenschaften. Seine Sammlung alter Grammophone, Aufnahmegeräte, Telefone, Dampfmaschinen Straßenroller und anderer Industriemaschinen aus der Zeit zwischen 1880 und 1950 ist beachtlich. Das Museum stellt auch eine Oldtimer Model des Rolls Royal Phantom aus, ein Fahrzeug der Luxusklasse.

„Science City“, die Wissensstadt, ist ein weiter Komplex, der eine Menge interaktiver Wissenschaft und biowissenschaftlicher Ausstellungsobjekte bietet. 

Das „Jorasanko Thakur Bari“ ist das historische Heim der berühmten Tagore Familie und wurde 1961 in ein Museum umgewandelt. Das Museum hier verfügt über drei große Galerien, eine über das Leben und Werk Rabindranath Tagore, eine zweite über seine nahen Verwandten und eine dritte Galerie über die Bengalische Renaissance. 

Das Gurusaday Museum, eine weitere Attraktion für Kunstliebhaber und -sammler, enthält zierliches Handwerk, Terrakotta-Verkleidungen, Kanthastoffe, die typischen Stickwaren der Region und volkstümliche Quiltstoffe sowie Patas, handbemalte Schriftrollen.

Die indische Nationalbibliothek liegt in Kolkata und wurde 1836 eingeweiht. Sie besitzt mehr als eine Million Bücher. Jedes Buch, das heutzutage in Indien publiziert wird, muss ein Exemplar der Nationalbibliothek zur Verfügung stellen, ganz nach dem Vorbild der Kongressbibliothek der Vereinigten Staaten und der Deutschen Nationalbibliothek.

Wann immer der Staat Westbengalen erwähnt wird, darf man die kulinarischen Genüsse auf keinen Fall vergessen. Von den besten indischen Süßspeisen wie Rasgulla (süße Quarkbällchen), Chamcham (Milchbootchen), Rasmalai (Frischkäsebällchen) usw. bis hin zur besten Fischküche besitzt Westbengalen alles. Besuchen Sie diesen östlichen Bundesstaat, wenn Sie die Indische Kultur wirklich verstehen lernen möchten. 


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