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04.08.2013 Von: BNA GERMANY®

Teil 1: Das Wieso - Weshalb - Warum des Indischen Kinos

Sehr oft zeigt sich das internationale Publikum überrascht, wenn es einen Bollywood Film sieht und fragt sich, wieso soviele Sing- und Tanzszenen in dem Film sind. Wieso sind die Darsteller in den Filmen meist derart gestylt, als wollten sie gleich zu einer Party gehen? Warum tragen die weiblichen Darsteller Kilos von Make-Up, selbst wenn sie zu Hause sind? Warum sind die Dialoge so laut und lang? Wieso ist die Kleidung so dynamisch, farbenfroh und überirdisch?


Die Lumiere-Brüder

Die Lumiere-Brüder

Diese Fragen stellen sich nicht nur diejenigen, für die Bollywood neu ist. selbst Inder wundern sich darüber und fragen sich, wieso in ihren Filmen alles so anders aussieht, als es in Wirklichkeit ist. Die Sprache und die Kleidung in den Filmen ist so gegensätzlich zu dem, was der Inder von seinem täglichen Leben her kennt. Die Antworten auf diese Fragen führen uns zurück in die Geschichte des Indischen Kinos, die eigentlich durch einen Zufall begann.

Bevor in Indien das Kino entdeckt wurde, gab es eine sehr starke Traditionen von lokalen Theatern: Das Jatra in Bengalen, das Tamasha und Lavni im Maharashtra, das Nautanki und Swang in Nordindien, das Yakshgana in Karnataka und Andhra Pradesh, das Therukoothu in Tamil Nadu und das Kathkali und Mohiniattam in Kerala. Doch die beliebteste Form des Theaters war das Parsi-Theater - eine persische Mischform aus Volkserzählungen, dargestellt in langen Dialogen und oftmals auch in gesungener Form. Vorgetragen auf einer Bühne, waren die Dialoge sehr laut und die Kostüme der Darsteller sehr opulent. Die Vorstellungen dauerten meist drei Stunden mit einer Pause dazwischen. Alle 15 bis 30 Minuten wurden die Darbietungen durch eine Comedy-Einlage aufgelockert. Das Parsi-Theater verfügte über seine eigenen Regisseure, Drehbuchautoren, sowie Schauspieler und Musiker, die live performten.

Das Kino entstand im Jahr 1895 in Frankreich und erreichte im Juli 1896 Indien. Die Lumières Brüder, die das Kino erfanden, sahen ihre Erfindung aus den Augen eines Entrepreneurs und lernten Kameramänner an, um sie anschließend auf Mission rund um den Globus zu schicken. Die Lumières-Kameramänner bereisten Mexiko, Russland, Australien, Japan und viele weitere Länder.

Auf einer solcher Reisen ging Marius Sestier, Assistent der Lumières Brüder auf ein Schiff, das ihn nach Australien bringen sollte. Und wie es der Zufall wollte, musste dieses Schiff am Hafen von Mumbai aufgrund des schlechten Wetters ankern. Sestier entschied sich, einige der Filme, die er bis dahin gedreht hatte, in MUmbai vorzuführen. Er wähle Watson’s Hotel für die Vorführung dieser magischen Bilder. An nächsten Tag, dem 7.Juli 1896 stand in der Times Of India eine Anzeige. Die Tickets sollten eine Rupie kosten und vier Vorstellungen waren geplant. Das Publikum feierte das "Wunder des Jahrhunderts" und hatte seine helle Freude.

An diesem denkwürdigen Abend führte Sestier mit seinem handangekurbelten Projektor sechs Filme mit einer durchschnittlichen Länge von 17 Metern pro Film der Elite Mumbais vor. Für jeden der Anwesenden war es ein wahrhaft magischer Abend, da sie zum ersten Mal in ihrem Leben bewegte Bilder sahen.

Die vier Vorführungen fanden an aneinanderfolgenden Abenden statt. Jeden Tag stand die Anzeige für die Vorführungen in der Times Of India, die das Ereignis als "Wunder des Jahrhunderts" deklarierte. Die Zeitungen überschlugen sich mit Nachrichten über "das neue Wunder der Welt". Die Neugier war geweckt und die Anerkennung über diese Erfindung wuchs stetig. Schrieb die Times of India am 7.Juli 1896 vom "Wunder des Jahrhunderts", so schrieb am 9.Juli 1896 die Bombay Gazette: "Man kann sehen, wie ein überfüllter Zug in den Bahnhof einfährt, mit all der Hektik, die eine solche Szene mit sich bringt; und die Zerstörung einer Wand - eine Arbeit, so realistisch, dass man selbst den Staub aufsteigen sieht, wenn die Wand zu Boden fällt. Die Aufnahme des Meeres ist auch sehr gut, die Wellen, die auf den Strand schlagen und die Grimassen, die der Junge, der am Stand steht, dabei zieht, sind sehr realistisch. Niemand, der am Fortschritt der Wissenschaft interessiert ist, sollte sich diese Chance entgehen lassen, die sich nun durch den Cinematographen bietet, einer Erfindung, die sehr viel Aufmerksamkeit zu Hause erregen wird.

So erreichte das Kino Indien und die Geschichte nahm ihren Lauf...

 

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