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12.12.2012 Von: BNA GERMANY®

Ravi Shankar – Eine Musik-Legende ist von uns gegangen

Eine Ära ist mit dem Ableben von Pandit Ravi Shanka in der indischen Musik-Szene zuende gegangen. Der legendäre Sitar-Spieler und Komponist galt als Indiens meistgeschätzter Musik-Botschafter und als einzigartiges Phänomen in der Welt der klassischen Musik, sowohl im Westen als auch im Osten der Welt. Als Performer, Komponist, Lehrer und Song-Schreiber hat er wie kein zweiter Musiker einen wichtigen Beitrag für die indische Musik geleistet. Ihm ist es zu verdanken, dass die indische Musik auch den westlichen Markt und die westliche Welt erreicht hat und dort Gehör und Zuspruch gefunden hat. Jahrelang studierte er selbst Musik von seinem Guru Baba Allaudin Khan und machte sich erst einen großen Namen in Indien, bevor er anfing, die Welt zu erobern.   Geb. 7. April 1920 – Gest. 11.Dezember 2012


Ravi Shankar

Ravi Shankar

Eine Ära ist mit dem Ableben von Pandit Ravi Shanka in der indischen Musik-Szene zuende gegangen. Der legendäre Sitar-Spieler und Komponist galt als Indiens meistgeschätzter Musik-Botschafter und als einzigartiges Phänomen in der Welt der klassischen Musik, sowohl im Westen als auch im Osten der Welt. Als Performer, Komponist, Lehrer und Song-Schreiber hat er wie kein zweiter Musiker einen wichtigen Beitrag für die indische Musik geleistet. Ihm ist es zu verdanken, dass die indische Musik auch den westlichen Markt und die westliche Welt erreicht hat und dort Gehör und Zuspruch gefunden hat. Jahrelang studierte er selbst Musik von seinem Guru Baba Allaudin Khan und machte sich erst einen großen Namen in Indien, bevor er anfing, die Welt zu erobern. 

Stets seiner Zeit weit voraus, schrieb Ravi Shankar drei Konzerte für Sitar und Orchester; das letzte Konzert vollendete er 2008. Zudem schrieb er auch Violinen-Sitar-Musikstücke für Yehudi Menuhin, Musik für den Flöten-Virtuosen Jean Pierre Rampal, für Hosan Yamamoto, dem Shakuhachi- und Musumi Miyashita-Koto Virtuosen und hat ebenso mit Phillip Glass zusammengearbeitet. Der Ex-Beatle George Harrision arbeitete mit Ravi Shankar für zwei Albem zusammen: „Shankar Family And Friends“ und „Festival Of India“. Die Musik zu beiden Musik-Alben schrieb Ravi Shankar.

Ravi Shankar wurde am 7. April 1920 als Robindro Shaunkor Chowdhury in Varanasi geboren und verbrachte einen Großteil seiner Jugend damit, quer durch Indien und Europa zu reisen, als Teil der Tanzgruppe seines Bruders Uday Shankar. Bereits im Alter von zehn Jahren reiste Ravi Shankar mit ebendieser Gruppe nach Paris, wo er zusammen mit seinem Bruder Uday zahlreiche Auftritte hatte. Mit 13 Jahren wurde Ravi Shankar schließlich ganz offiziell Mitglied der Gruppe und fing an, Tanzen zu lernen. Zudem erlernte er in dieser Zeit verschiedene indische Musikinstrumente. Die Gruppe tourte nicht nur durch Europa, sondern auch durch die USA und so entdeckte Ravi Shankar auch die westlichen Musik-Stile wie Jazz und lernte das westliche Kino und seine Elemente und Kostüme kennen. Zu dieser Zeit, 1934, lernte er auch den Musiker Allauddin Khan kennen, der seinerzeit am Hofe des Maharajas von Maihar arbeitete. Uday überzeugte den Maharaja davon, Allauddin Khan zu erlauben, in seiner Gruppe als Solist auftreten zu dürfen für die nächste Europa-Tour. Ravi Shankar wendete sich dann um 1938 herum vom Tanzen ab und konzentrierte sich nun voll und ganz auf das Erlernen des Sitar-Spielens. Ab und an erhielt er auch Unterricht von Allauddin Khan während der Tour durch Europa. Allauddin Khan bot Ravi Shankar dann auch an, ihm kompletten Musik-Unterricht zu geben und auch Ravi Shankar einen echten Musiker zu machen, wenn dieser die Tour aufgeben würde und mit ihm zurück nach Maihar kehren würde, was Ravi Shankar schließlich auch tat.

Was viele nicht wissen, ist, dass Ravi Shankar neben all der indischen Musik, die er komponierte, auch für Ballett und Filme in Indien, Kanada, Europa und den Vereinigten Staaten die Musik komponierte. So unter anderem auch für die Filme „Charly“, „Ghandi“ und die „Apu Trilogy“ von Satyajit Ray. 

In der Flower-Power-Zeit Mitte der 60er Jahre trat Ravi Shankar zudem auf drei bedeutenden Konzerten auf: das Monterey Pop Festival, das „Concert For Bangla Desh“ und „The Woodstock Festival“. Junge Studenten aus aller Welt lernten so den jungen Musiker aus Indien kennen und waren begeistert von ihm. 

In den 70er und 80er Jahren tourte Ravi Shankar erneut durch die Welt mit seinen Sitar-Konzerten. Von 1986 bis 1992 war er Mitglied der Rajya Sabha, einer Unterorganisation des indischen Parlaments. Er erhielt die höchsten Auszeichnungen Indiens, darunter auch die Bharat Ratna-Auszeichnung, welche ihm 1999 verliehen wurde. Darüber hinaus erhielt er drei Grammy Awards. Bis zum Jahr 2000 stand Ravi Shankar noch auf der Bühne, manchmal sogar zusammen mit seiner Tochter Anoushka, eine ebenfalls begnadete und international anerkannte Musikerin.

Außerdem war Ravi Shankar auch Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters und der United Nations International Rostrum of Composers. Neben all diesen Ehrenmitgliedschaften und Auszeichnungen erhielt er auch insgesamt 14 Ehrendoktortitel verliehen. Eine ebenfalls wichtige Auszeichnung ist der Music Council UNESCO Award, den er 1975 erhielt und der Polar Music Prize, der ihm 1998 überreicht wurde. Die Liste der Auszeichnungen und Ehrungen in Indien und weltweit ist schier endlos und zeugt von dem unglaublichen Talent, welches Ravi Shankar in sich barg. Wie kein anderer indischer Musiker zuvor verstand er es, indische und westliche Musik zu vereinen und damit auch einen Teil zum interkulturellen Verständnis beizutragen. 

Zu der Zeit, als über acht Millionen Flüchtlinge von Pakistan nach Indien kamen, versuchte Ravi Shankar diesen Flüchtlingen, soweit es ihm möglich war, zu helfen. Er plante ein Konzert, dessen Einnahmen komplett in die Unterstützung dieser Flüchtlinge gehen sollten. Er bat auch seinen Freund George Harrision, ihn dabei zu unterstützen. Das erste Konzert setzte den Grundstein vieler weiterer Konzerte in der Reihe „Concert For Bangla Desh“. Mithilfe von George Harrision wurde das Konzert ein voller Erfolg und es kamen enormen Spendengelder zusammen. Hier wurde der Grundstein des Konzepts von Charity-Konzerten gelegt. Ein Meilenstein in der Geschichte der Musik und im Leben Ravi Shankars!

Bahnbrechend war auch Ravi Shankars Alsu „Tana Mana“, das er unter seinem eigenen Label 1987 veröffentlicht hat. Hier vermischte er auf einzigartige Weise klassiche traditionelle Instrumente mit elektronischer Musik und kreierte damit einen komplett neuen und eigenen Stil in der Ära des „New Age“. Er erhielt weltweit viel Respekt, Liebe und Anerkennung – einzigartig und unerreicht n der Geschichte der Musik. 1989 feierte Ravi Shankar sein 50-jähriges Bühnenjubiläum, zu dessen Anlass ihn die Birmingham Touring Opera Company bat, das Musik-Theaterstück „Ghanashyam“ zu schreiben; einzigartig in der britischen Kunstszene.

Ravi Shankar hatte in seiner Karriere viele Schüler und Studenten unter sich. Viele dieser Schüler und Studenten sind heute selbst sehr erfolgreiche Künstler und Komponisten. Und für einen Künstler seines Kalibers gibt es sicher keine größere Ehre, als die würdigenden Worte seiner Kollegen: „Ravi Shankar gab mir ein besonders wertvolles Geschenk und Dank ihm konnte ich zu meiner musikalischen Erfahrung eine neue weitere Dimension hinzufügen. Für mich sind sein Genie und seine Menschlichkeit nur mit einem Einzigen vergleichbar: Mozart!“ - Yehudi Menuhin

„Ravi Shankar ist der Gottvater der Weltmusik!“ - George Harrison

Ravi Shankar und sein Beitrag zur Musik und indischen Filmmusik werden unvergesslich bleiben.


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