Über Bollywood
Cinema_History
Golden_Oldies
Special_Features
Cover_Stories
interviews_neu
profiles
Bollywood Dance
Musik & Musiker
Bollywood im Kino
Eventankündigungen
Indien - Allg. Infos
Heilige Tiere
states
Kurioses aus Indien
indian_cooking
BNA Magazin
Bollywood Reporter
Foto-Archiv
Interviews (bis 2010)
Suche



Guten Tag, heute ist der 21.07.2017 :: English ::
Sie befinden sich hier: 
< Vorheriger Artikel
04.08.2013 Von: BNA GERMANY®

Star Interview: Arbaaz Khan

Arbaaz Khans letzte Veröffentlichung ist „Dabangg 2“ und zeigt seinen Bruder, Bollywoods Superstar Salman Khan, in der Hauptrolle, während Arbaaz Khan selbst Regie führte. Und wie er sagt, ist es gar nicht so einfach, mit Salman Khan zusammen zu arbeiten, lastet doch gleich doppelter Druck auf ihn und sind die Erwartungen an den Film dementsprechend hoch gewesen. Doch glücklicherweise ist „Dabangg 2“ zum Kassenschlager geworden, wie bereits schon der erste Teil. Wir sprachen mit Schauspieler, Produzent und Regisseur Arbaaz Khan:


Arbaaz Khan

Arbaaz Khan

Sie begannen Ihre Karriere als erfolgreicher Schauspieler, bevor Sie schließlich Produzent wurden. Und nun sind Sie seit „Dabangg 2“ auch noch Regisseur! Wie kam es dazu?

Arbaaz Khan: Es war ein ganz natürlicher Prozess für mich. Ich habe eigentlich nie daran gedacht, eines Tages Regisseur zu sein. Ich wollte es zwar mal versuchen, hätte aber nie geglaubt, dass ich tatsächlich eines Tages einmal Regie für einen Film führen würde. Aber in der Filmindustrie ist es ja so, dass jeder einmal alles machen will. Und viele Schauspieler würden gern selbst einmal Regie führen, Regisseure wollen selbst gern als Schauspieler vor der Kamera stehen, Sänger würden gern Musik-Direktoren sein, Musik-Direktoren würden gern Songschreiber sein und so weiter. Wir sind selten damit zufrieden, uns mit nur einer Sache zu beschäftigen. Aber das ist nicht der Grund, wieso ich Regisseur wurde. Ich wollte schon immer Filmemacher sein, aber irgendwie wurde ich Schauspieler. Aber meine eigenen Filme zu machen, war für mich das Größte. Und jetzt hatte sich die Gelegenheit ergeben, die ich auch glatt beim Schopf packte.

Aber wie kam es dazu, dass Sie sich entschieden haben, selbst für „Dabangg2“ Regie zu führen, statt nach einem anderen Regisseur zu suchen, nachdem Abhinav Kashyap aus dem Projekt ausstieg?

Arbaaz Khan (lacht): Glauben Sie, dass der Film so schlecht geworden ist und ich einen Fehler gemacht habe? Ehrlich, insgeheim wollte ich ja schon immer Regisseur sein.  Ich war nicht nur Produzent, sondern habe mit Abhinav ja schon früher in den verschiedensten Bereichen zusammengearbeitet.  Als sich also die Gelegenheit ergab, wollte ich gar keinen anderen Regisseur nehmen, sondern selbst das Zepter in die Hand nehmen, was ich dann auch tat.

„Dabangg“ – der erste Teil – ist ja ein Blockbuster gewesen. Hatten Sie denn keine Angst, die hohen Erwartungen an die Fortsetzung zu enttäuschen?

Arbaaz Khan: Die Angst vor dem Versagen ist immer da, egal ob als Schauspieler oder als Regisseur. Als ich meine Schauspiel-Karriere anfing, dachte ich auch, als Newcomer zu versagen und jetzt als Regisseur hatte ich natürlich die gleiche Angst. Als ich Produzent wurde, wurde mir diese Frage ebenfalls oft gestellt, ob ich in der Lage sei, einen guten Film mit Salman zu produzieren, ob ich seinem Status gerecht werden könne und so weiter. Diese Fragen tauchen immer wieder auf. Irgendwelche Erwartungen sind immer an einen selbst gerichtet. Und die Leute haben nun einmal ihre Erwartungen an mich als Schauspieler, an mich als Produzenten und an mich als Regisseur. 

Sie waren in „Dabangg 2“ aber nicht nur Regisseur, sondern auch Schauspieler und kontrollierten teilweise auch die Produktion. Wie schwer ist es denn für Sie gewesen, allen drei Rollen gerecht zu werden?

Arbaaz Khan:  Klar, das ist schwer und definitiv kein Zuckerschlecken.  Als eine Person musst du die Erwartungen an alle drei Rollen erfüllen, was schon eine große Herausforderung für mich war. Aber ich kann in solchen Situationen ganz gut Prioritäten setzen und weiß, in welchem Moment was am wichtigsten ist.  Ich habe in jedem Bereich mein Bestes gegeben, aber hauptsächlich war ich Regisseur. Ich würde nicht sagen, dass ich etwas besonders Hervorragendes geleistet habe, zumal ich ja auch nicht der Einzige in der Filmindustrie bin, der in einem Film-Projekt verschiedenen Rollen gerecht werden muss. Wenn Sie mich jedoch fragen, welche meiner Rollen mir am meisten Spaß gemacht hat, dann war es definitiv die Rolle als Regisseur!

Wie schwer war es denn für Sie, Salman Khan als Hauptdarsteller in Ihrem Regie-Debüt zu haben?

Arbaaz Khan: Als Regisseur ist man niemals mit einem einzigen Take zufrieden. Man wiederholt die Szenen etliche Male und muss in der Lage sein, dem Darsteller genau zu vermitteln, was man haben möchte. Und vor allem sollte man den Star-Ruhm seiner Darsteller außen vor lassen. Am Set ist jeder gleich und jeder hat seinen Job zu erfüllen. Der Regisseur ist dafür verantwortlich, die Rolle, wie sie im Drehbuch steht, zum Leben zu erwecken und den Shoot perfekt zu machen und dabei den Darsteller zu führen. Mit Salman war es nicht schwer, da er schon so viele Filme gemacht hat und das Publikum, beziehungsweise das, was es sehen will, genau kennt. Außerdem kannte er ja bereits den Charakter, den er spielen sollte.  Wenn wir die kommenden Szenen zusammen besprochen haben, waren wir uns sehr schnell einig, wie die jeweiligen Szenen aussehen sollten. Ich brauchte Salman daher kaum führen. Er versteht seinen Job einfach bestens. Okay, manchmal musste ich ihn schon etwas zügeln, damit er nicht zu sehr in seiner Performance übertrieb. Aber generell war es mit ihm und auch dem Rest des Casts sehr einfach, zu arbeiten. Ich erklärte dem Cast ein Mal, was ich wollte und sie setzten es sofort um. Salman ist ein großer Star, aber er kam niemals mit dieser Attitüde zum Set. Ich meine, er war der Superstar und ich war der kleine Regie-Debütant. Und trotzdem konnten wir auf gleicher Augenhöhe unsere Meinungen und Ansichten austauschen. Salman ließ nie mir gegenüber den Bollywood-Superstar heraushängen. Und so sollte es ja auch sein. 

Der Musik-Hit aus „Dabangg 2“ ist der Song „Fevicol Se“, der es allerdings nicht an den Song „Munni“ aus dem ersten Teil, was die Beliebtheit betrifft, heranschaffte.  Woran kann das liegen?

Arbaaz Khan: Durch den enormen Erfolg von „Dabangg“ und der Musik lagen die Erwartungen bei der Musik zu „Dabangg 2“ natürlich sehr hoch und konnten eigentlich kaum übertroffen werden. Von daher ist der Erfolg vom Song „Fevicol Se“ schon sehr beachtlich. Ich bin auch sehr dankbar, dass wir die gleichen Musiker für „Dabanng 2“ gewinnen konnten, die auch schon für den ersten Teil die Musik machen. Und auch wenn „Fevicol Se“ vielleicht nicht an „Munni“ heranreicht, sind wir alle doch sehr zufrieden. Man kann nicht immer den gleichen großen Erfolg haben.

Wie schätzen Sie die Entwicklung Sonakshi Sinhas als Schauspielerin ein? Haben Sie eine Verbesserung ihrer schauspielerischen Fähigkeiten in „Dabangg 2“ feststellen können?

Arbaaz Khan: Oh ja. Als sie damals in „Dabangg“ mitspielte, war sie noch ein roher, ungeschliffener Diamant. Heute ist sie eine etablierte Schauspielerin, die ihre Fähigkeiten unter Beweis gestellt hat und erfolgreich ist. Sie ist jetzt auch viel selbstsicherer als früher. Als sie noch ein Newcomer war, hatte sie ihre Zweifel, ob sie denn vom Publikum und den Kritikern akzeptiert werden würde. Mittlerweile sind diese Zweifel verschwunden und sie hat mehr Selbstvertrauen in sich und ihre Leistung.

Glauben Sie denn an den vielzitierten 100-Crore-Rupien Club in Bollywood?

Arbaaz Khan: Nein, eigentlich nicht. Für mich ist dies ein falsch gesetzter Meilenstein. Der Erfolg eines Films lässt sich nicht allein anhand seiner Box-Office-Einnahmen messen. Salman lebt im Herzen der Menschen, wer den Erfolg seiner Filme messen will, sollte dies daran festmachen, auf welche Art er das Publikum erreicht. 

 

(Interview geführt: März 2013)


- Anzeigen -
BNA GERMANY