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04.08.2013 Von: Kunal Srivastava

Indische Städte: Kolkata - City Of Joy

Kolkata ist die Hauptstadt des indischen Bundesstaates West Bengalen und war einst unter dem Namen Kalkutta bekannt. Zu Zeiten der britischen Besetzung galt die Stadt als Hauptstadt der East India Company. Und das nicht ohne Grund, bieten die Stadt doch alles, was es zum Leben braucht. Die Kultur, die Sprache, das Essen, die Einwohner, die Literatur und Kunst machen Kolkata zu einer äußerst attraktiven Stadt. Kolkata ist auch bekannt wegen des Hooghly Flusses, der durch sie fließt, wegen der Howrah Brücke, leckeren Süßigkeiten, ausgezeichnete Meeres-Delikatessen, Fußball und nicht zu vergessen wegen der jährlich stattfindenden Durga Puja. An den Ufern des Hooghly gelegen, entwickelte sich Kolkata schon frühzeitig zu einer wichtigen Handelsstadt im Osten Indiens. Der Einfluss der Briten ist auch heute noch überall in der Stadt sichtbar. Vor allem die prunkvollen Bauten aus dem viktorianischen Zeitalter zeugen von der Vergangenheit der Stadt. Das Victoria-Denkmal, die Howrah Brücke, der Kalighat-Tempel aus dem 19. Jahrhundert, die Chowringhee Gegend, die Barbourne Road, das Birla Planetarium und der Botanische Garten sind nur einige der Sehenswürdigkeiten, die Sie sich anschauen sollten, wenn Sie in der Stadt sind. Schön ist auch eine Bootstour auf dem Hooghly, die Ihnen einen einzigartigen Blick auf die Stadt ermöglicht und bei der Sie an all den unzähligen Ghats am Ufer des Flusses vorbeifahren.


Kolkata

Kolkata

Nachdem die Briten sich in Mumbai niedergelassen hatten, kamen sie 1690 nach Kolkata und schufen für ihre British East India Company hier eine Basis. 1702 errichteten sie das Fort William und 1772 erklärten sie Kolkata zur Hauptstadt von British India. So blieb Kolkata bis 1911 Hauptstadt, musste diesen Status dann jedoch an Delhi abtreten. Ab 1850 erlebte Kolkata einen wahren Wirtschaftsboom und erfreute sich der blühenden Industrialisierung. Nachdem jedoch die Briten die Stadt verlassen hatten, ging es wirtschaftlich bergab. Erst durch die neue Wirtschaftsreform, die durch die Regierung 1990 eingeleitet wurde, schaffte es die Stadt, sich wieder wirtschaftlich und vor allem auch im infrastrukturellen Bereich zu erholen. Durch den Einfluss der Briten konnte sich Kolkata zu der wohlhabendsten Stadt in der Region, die vor Armut und Überbevölkerung nur so strotzte, etablieren und stand damit im krassen Gegensatz zu Rest des Bundesstaates. Diese Tatsache zog selbstverständlich viele Menschen in die Stadt, die sich hier ein Leben versucht haben aufzubauen und vom Reichtum der Stadt profitieren wollten. Dies wiederum führte dazu, dass nicht genug Platz in der Stadt vorhanden war, und noch heute das Bild der Stadt von vielen Slum-Gegenden bestimmt wird. 

Kommerz- und Finanzzentrum mit sehr guter Infrastruktur

Heute ist Kolkata das Kommerz- und Finanzzentrum im Osten und Nord-Osten Indiens und Heimat der Kolkata Aktienbörse. Kolkata ist zudem die einzige Stadt der Region, die einen internationalen Flughafen hat. Die Einwohner Kolkatas werden oft als Kolkatanen bezeichnet. Den Großteil der Bevölkerung bilden die Bengalen, während Marwaris und Biharis eine Minderheit bilden. Neben den genannten Völkern leben aber auch Chinesen, Tamilen, Neaplern, Oriyas, Telugus, Assamesen, Gujaratis, Anglo-Inder, Armenier, Griechen, Tibeter, Konkanis, Malaysiern, Punjabis und Parsen in und um Kolkata und machen die Stadt zu einer wahren internationalen Multi-Kulti-Stadt. Im Süden der Stadt befindet sich Chinatown. Bengalisch ist die offizielle Amtssprache, auch wenn viele Einwohner auch Englisch, Hindi und Urdu sprechen. 

Kolkata verfügt mittlerweile wieder über ein gut ausgebautes Verkehrsnetz. So können Sie sich mit der S-Bahn, U-Bahn, der Tram oder dem Bus innerhalb der Stadt gut und günstig fortbewegen. Das U-Bahn-Netz wurde 1984 errichtet und ist das älteste U-Bahn-Netz in Indien. In einigen Teilen der Stadt kann man sich auch mit einer Fahrrad-Rikscha fortbewegen. Da das öffentliche Verkehrsnetz so gut ausgebaut ist, sind auch verhältnismäßig wenige Privatfahrzeuge, im Vergleich zu anderen Großstädten Indiens, auf den Straßen Kolkatas unterwegs. 

 

Reich an Traditionen, Kultur und Natur

Kolkata ist zudem die Heimat des Bengali-Kinos, besser bekannt unter dem Namen „Tollywood“. Der Name stammt von dem Ort, an welchem sich die meisten Filmstudios dieses Bundesstaates angesiedelt haben: Tollygunj. Tollywood hat bisher schon viele international namhafte Filmemacher, wie Satyajit Ray, Ritwik Ghatak, Mrinal Sen, Tapan Sinha, Aparna Sen, Buddhadeb Dasgupta und Rituparno Ghosh hervorgebracht.

Besonders stolz sind die Bengalen auch auf ihre exquisite Küche. Zu den täglichen Basics zählen hier Reis- und Fischgerichte wie Machher Jhol, zu denen gern Nachspeisen wie Roshogolla, Sandesh und die Joghurt-Speise Mishti Dohi zählen. Sie sollten diese Speisen auf alle Fälle einmal ausprobieren! Die Bengalen-Küche zeichnet sich durch ihre unzähligen Fisch- und Meeresfrüchte-Spezialitäten aus. Street Food wie Beguni, Kati Rolls, Phuchka und die indisch-chinesische Küche sind ebenfalls sehr beliebt.

Wie bereits erwähnt, gibt es in Kolkata eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten zu entdecken. So wie das Fort William, dass nach König Willian III. von England benannt wurde und sich am Ufer des Hooghly befindet. Erbaut wurde das Fort 1696. Die Howrah-Brücke, die über den Hooghly führt, zählt zu den befahrensten Brücken weltweit. Die Brücke ist auch unter dem Namen „Rabindra Setu“ bekannt und wurde 1874 fertiggestellt. Die Brücke wurde ganz ohne Nieten und Bolzen erbaut. Einst fuhr sogar die Tram über diese Brücke; mittlerweile jedoch nicht mehr. Zwei weitere, kleinere Brücken bestimmen ebenfalls das Stadtbild Kolkatas: die Vidyasagar Setu und die Vivekananda Setu, die beide gern als kleinere Schwestern der Howrah-Brücke bezeichnet werden. Die Howrah-Brücke selbst ist jedoch DAS Wahrzeichne der Stadt geworden.

Die Victoria Gedenkstätte beherbergt ein schönes Museum und wurde 1921 errichtet. Sir William Emerson, Präsident des British Institute of Architects hat das Gebäude höchstpersönlich entworfen. Das Museum gibt Ihnen einen wunderbaren Einblick in die Geschichte der Region. Das Museum beherbergt zudem eine wertvolle Kunstgalerie. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Ein Must-See ist auch der Marmorpalast von Kolkata, der 1835 von Rajendra Mallick erbaut wurde und ebenfalls eine exquisite Kunstgalerie beherbergt. Neben Bildern finden Sie hier auch Skulpturen, Ölmalereien und auch einen Teil der Kunstwerke des berühmten Malers Reuben. Sie können auch Meisterwerke von Rembrandt, Reynolds und Van Goyen im Marmorpalast bewundern. Im Inneren des Palastes gibt es auch einen kleinen Zoo, der das Zuhause von vielen verschiedenen Tieren und Vögeln geworden ist.

Für die Kricket-Fans unter Ihnen lohnt sich definitiv ein Besuch des Eden Gardens; dem ältesten Kricket-Stadium des Landes, das 1864 errichtet wurde. Das erste Kricket-Bundesliga-Match fand hier jedoch erst 1917 statt. Bis heute wurde das Stadium unzählige Male modernisiert und fasst heute über 120.000 Besucher.

Im Süden Kolkatas befindet sich das berühmte Tierreservat Sunderbans, in welches die majestätischen Königstiger leben. Außerdem leben in dem Reservat auch Leistenkrokodile, Wildschweine, verschiedene seltene Vogelarten und Schlangen. Das Reservat erstreckt sich bis hin nach Bangladesch. Mitten im Sunderbans Reservat befindet sich das große Flussdelta von Ganges, Brahmaputra und Meghna. Die wunderschöne Natur und Artenvielfalt machen das Reservat zu einem schönen Ausflugsziel.

In Kolkata sollten Sie, wenn Sie genügend Zeit haben, auch einen Besuch des Birla-Planetariums in Betracht ziehen, da es sich hierbei um das größte Sternwarten-Museum ganz Asiens handelt. 1962 wurde es erbaut. In den Rundführungen erfahren Sie hier mehr über unser Sonnensystem, den Galaxien, der Lebensdauer von Sternen, dem Weltraum, Planeten und vieles mehr.  Die neuste audio-visuelle Vorführtechnik dieses Planetariums wird bei Ihnen garantiert bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Führungen finden in Englisch, Hindi, Bengali, Oriya, Tamil und Gujarati statt.

Erleben Sie die Durga Puja im Herbst

Eines der wichtigsten jährlich stattfindenden Ereignisse, der Sie, so sich Ihnen die Gelegenheit bietet, unbedingt beiwohnen sollten, ist die Durga Puja. Bei diesem Fest wird Mutter Durga, Götting der Macht (Shakti) verehrt und man feiert ihren Sieg über den Dämon Mahishasura. Die Durga Puja findet jedes Jahr im Herbst, zwischen September und Oktober, statt. Das herbstliche Wetter in der Region gibt dem ganzen Festival, das ohnehin schon pompös gefeiert wird, besonderen Flair.

Kolkata ist eine mitreißende Stadt. Die einzigartige Kultur der Stadt und Region machen einen Besuch unvergesslich. Wurde einst mit der Stadt Armut in Verbindung gebracht, so hat sich dieses Image in den vergangenen 20 Jahren geändert. Heute ist Kolkata eine aufsteigende und wachsende Wirtschaftsmetropole und hat sich zu einer äußerst Touristen-freundlichen Stadt entwickeln. Keine Reise nach Indien ist komplett, wenn Sie nicht wenigstens einmal für einige Tage in Kolkata gewesen sind. Wer sich noch ausführlicher mit Kolkata beschäftigen will, dem empfehlen wir das Buch „City Of Joy“ von Dominique Lapierre.


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