Über Bollywood
Cinema_History
Golden_Oldies
Special_Features
Cover_Stories
interviews_neu
profiles
Bollywood Dance
Musik & Musiker
Bollywood im Kino
Eventankündigungen
Indien - Allg. Infos
Heilige Tiere
states
Kurioses aus Indien
indian_cooking
BNA Magazin
Bollywood Reporter
Foto-Archiv
Interviews (bis 2010)
Suche



Willkommen, heute ist der 29.06.2017 :: English ::
Sie befinden sich hier: 
< Vorheriger Artikel
10.02.2009 Von: Elfrun Maaz

Reisebericht Indien 2008 - Indien gesehen mit den Augen von Rani und Anjaly

Meine Freundin Rani und ich (Anjaly) sind Mitglieder des Bollywood-Fanclubs. Wir lieben beide Indien und es war schon immer ein Traum von uns dieses Land zu bereisen und zu besuchen. Also haben wir 2007, gegen den Widerstand einiger Familienmitglieder und Freunde mit der Vorbereitung der Reise begonnen.Im März 2008 war es dann endlich so weit. Heute können wir sagen das die Entscheidung eine solche Reise zu unternehmen richtig war und wir sie bis heute noch nicht bereut haben.


Taj Mahal

Elfrun Maaz in der Wüste

Palast der Winde

Schon beim Einstieg in das Flugzeug gingen die Aufregungen los, da Rani noch nie mit einem Flugzeug geflogen ist. Aber sie hat den langen Flug doch ganz gut überstanden. Er dauerte ca. 8 Stunden. Auf dem Flughafen in Delhi traf sich die Reisegruppe das 1. Mal. Es war wirklich ein richtig bunter Haufen. So gegen 1.00 Uhr nachts kamen wir am Hotel an. Die 1. Nacht war recht kurz. Wir waren morgens noch ziemlich müde und freuten uns auf den Kaffee. Aber dieser schmeckte katastrophal. Gott sei Dank hatte Anjaly Kaffee aus Deutschland mitgenommen und so war dieses Problem schnell gelöst.

Im klimatisierten Bus wurden wir dann von unserem Reiseleiter Vijay begrüßt und schon befanden wir uns auf der Stadtrundfahrt durch Delhi. Wir besuchten unter anderem das Grab von Gandhi. Hier merkten wir, dass Gandhi auch jetzt noch in Indien sehr verehrt wird. Nach dem Abendessen wollten wir eigentlich gleich ins Bett gehen, aber da wurde nichts draus: Im Hotel fand eine Hochzeit statt. Und eine indische Hochzeit mitzuerleben ist ein unbedingtes Muss für jeden Indienreisenden. Diese Pracht, diese schönen Saris, die Musik, einfach wunderschön. Ich konnte mal wieder nicht meine Beide still halten und musste einfach auf der Strasse mittanzen.

Elefanten- und Kamelreiten

Am nächsten Tag begannen wir dann mit der Rundreise durchs wunderschöne Rajastan. Unser 1. Aufenthalt war die Stadt Agra. Hier besuchten wir natürlich  das Taj Mahal und das Red Fort. Vijay hatte mitbekommen, dass wir beide totale Bollywood-Fans sind und unbedingt einmal ins Kino wollten. Am Abend hat  er uns dann ins Kino eingeladen. Wir haben uns den Film „Jodhaa Akbar“ dort angesehen. Ein wunderschöner Film, der ja auch ab Februar in Deutschland auf DVD zu erwerben ist.  Um uns bei ihm zu bedanken, luden wir Vijay zu einem Absacker ein. Wir mussten ihm zwar zuerst erklären was das ist, aber er begriff es ziemlich schnell und wir vergaßen bei unseren nächtlichen Diskussionen fast die Zeit. Aber wir wollten ja alles über Indien wissen.

Auf unserer Reise besuchten wir sehr viele Tempel, in einem betete ich sogar (unter Anleitung eines Priesters). Ich hoffe heute noch, dass mein sehnlichster Wunsch einmal in Erfüllung gehen wird. Der berühmte „Palast der Winde“ gehörte ebenso zu unseren besuchten Tempeln. Zudem sind wir auch auf einem Elefanten geritten. Rani war schon immer sehr ängstlich, aber wie sagte ich immer zu ihr: "Wer A sagt, muss auch B  sagen, also hinauf." Spätestens beim Kamelritt in der Wüste wurde Rani dann sogar noch mutig. Aber es war einer der schönsten Augenblicke der Reise, in der Wüste liegen, zwischen Kamelen, Trommelklängen und Bollywood-Musik und den Sonnenuntergang dabei beobachten. Wer das nicht mitgemacht hat, kann auch nicht verstehen, wie wunderschön es war.

Armut und Reichtum dicht beieinander

Auf unserer Rundreise kamen wir aus dem Staunen gar nicht mehr heraus: Da wechselten wunderschöne Bauten, Tempel und saubere Straßen; gleich daneben gab es dann elendige Hütten und Armut. Armut und Reichtum liegen hier sehr dicht beieinander. Wir sahen Kühe auf den Straßen, die sich aus Mülltüten ernährten. Einmal erreichten wir ein kleines Bergdorf. Wir wollten eine typische indische Schule besuchen. Aber beim Anblick dieser Armut kamen uns dann doch die Tränen. Da gab es fast nichts. Wir waren dann abends doch sehr bedrückt. Vijay und seine Freunde richteten uns beide aber wieder auf. Am nächsten Tag ging es weiter und wir wurden auch wieder fröhlicher. Vijay hatte nämlich für unsere Reisegruppe ein kleines Holi-Fest organisiert. Auch ein unbedingtes Muss. Die Luft schmeckt nach Farbe, sie ist bunt, übrigens genau wie wir, aber es hat uns allen einen Riesenspaß gemacht.

In Mumbai schließlich trennte sich die Reisegruppe. Rani und ich blieben allein zurück, die anderen fuhren nach Hause. Wir beide hatten in Deutschland ein bisschen Geld gesammelt für ein Kinderheim in Mumbai. Es hieß „Shelter Don Bosco“. Dieses übergaben wir an einem der nächsten Tage.  Wir haben uns dann natürlich Mumbai auch angesehen mit einem Taxi. Es ist dort recht preiswert, für den ganzen Tag haben wir umgerechnet 12 Euro bezahlt. Der Taxifahrer fuhr uns überall hin wo wir wollten. Aber Mumbai ist so gross, dass man alleine für diese Stadt bestimmt 3 Wochen braucht, um sie sich richtig anzusehen. Mumbai gigantisch, groß, arm, reich, Elendsviertel, Wolkenkratzer, riesiger Verkehr - übrigens gibt es für uns beide in Indien die besten Autofahrer. Uns kam es so vor, als fuhren alle durcheinander, es gab viele Fastunfälle, aber während der ganzen Reise sahen wir nie einen richtigen Unfall. Toll! Wir waren auch bei den Bollywood-Filmstudios. Aber leider kamen wir dort nicht hinein, es fehlte uns die Empfehlung. Eines ist sicher,  2010 bei unserer nächsten Reise werden wir diese Empfehlung haben, und hoffen dann bei Dreharbeiten zu einem neuen Blockbaster zusehen zu dürfen.

Auf Widersehen Indien

Es gab dann noch zum Abschluss der Reise eine sehr lustige Begebenheit. Nicht weit ab von unserem Hotel gab es ein kleines Elendsviertel. Dort sahen wir an einem kleinen Müllhaufen eine Ratte. Diese sah wirklich so aus, als würde sie gleich tot umfallen. Rani dieser kleine Angsthase schrie laut, rannte davon und kletterte über das Straßengeländer mit Hilfe von drei jungen Indern. Was haben wir gelacht. Übrigens die Ratte hat sich auch erschrocken und ist davon gelaufen. Schneller als Rani über das Straßengeländer geklettert ist. So etwas haben wir gern: Auf einem Elefanten reiten und Kamele durch die Wüste führen, aber vor einer kleinen Ratte davon laufen.


Leider ging dann unsere Reise zu Ende. Wir möchten nichts von dieser Reise vergessen, nicht die wunderschönen Tempel, Grabanlagen, das Bad im Pool morgens um 4.30 Uhr, die wunderschönen Saris der Frauen, die Menschen, unsere nächtlichen Diskussionen mit Vijay und seinen Freunden, einfach gar nichts. Wir wären gern noch länger geblieben aber wir werden Indien nicht vergessen. Unsere Herzen schlagen indisch und es wird auch so bleiben. Und diese Liebe lassen wir uns von niemandem nehmen, nicht einmal von solchen Terroristen, die in Mumbai das Café zerstört haben, indem wir während unserer Reise einmal gegessen haben. Also dann  Aufwidersehen Indien bis 2010 und ein freundliches „Namaste“.

Fotos/Text: ©Copyrights by Elfrun Maaz/BNA-Germany


- Anzeigen -
BNA GERMANY