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01.01.2011 Von: BNA GERMANY®

Srinivas Mohan - VFX-Designer

An dieser Stelle möchten wir Ihnen Srinivas Mohan, dem bekannten VFX-Designer der indischen Filmindustrie vorstellen und lassen uns im Gespräch mit ihm seinen Job und seine bisherigen und folgenden Film-Projekte erklären und geben Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, so einen tieferen Einblick in diesen Job und somit hinter die Kulissen der Filmindustrie:


Srinivas Mohan

Srinivas Mohan

Srinivas Mohan & Rajinikanth

Srinivas Mohan & Rajinikanth

Vorbereitungen für die VFX

Vorbereitungen für die VFX

Sie haben die VFX für Filme wie „Sivaji - The Boss“ und „Enthiran - The Robot“ kreiert. Was kann man unter VFX verstehen?

Srinivas Mohan: VFX steht für „Visual Effects“ und wird im Allgemeinen mit FX oder VFX abgekürzt. Dabei handelt es sich um spezielle visuelle Effekte, die möglichst realistisch wirken und in einen Film eingearbeitet werden. Für besonders gefährliche Action-Szenen zum Beispiel werden gern VFX eingesetzt, da es, wenn es live gedreht werden würde, viel zu gefährlich für den Schauspieler wäre und zum anderen auch der Aufwand und die Kosten zu hoch sind. Meist werden VFX nachträglich über den Computer in den Film eingearbeitet. Für „Sivaji - The Boss“ haben wir beispielsweise Rajnikanths dunkle indische Hautfarbe am Computer durch eine europäische, hellere Hautfarbe ersetzt. In „Enthiran - The Robot“ war es Dank der VFX möglich, Rajnikanth sowohl als Wissenschaftler darzustellen, als auch als Roboter. Wir haben ihn als Roboter am Computer auch für einige Szenen multipliziert. Viele Action-Szenen in dem Film wurden auch am Computer mithilfe von VFX inszeniert. Insgesamt habe ich über 2.000 Einstellungen für VFX in diesem Film gedreht und konnte dabei auf die gesamte Bandbreite der modernen VFX-Technologie, wie dem 3D-Ganzkörper-Scan, Special Make-Up, Dome Light Stage, Scannen etc. zurückgreifen.

Wie wurden Sie VFX-Designer?

Srinivas Mohan: Bevor ich in die VFX-Industrie kam, arbeitete ich als Computer-Programmierer. Vor zehn Jahren wurde eines Tages jemand gesucht, der kreatives Wissen und Computerwissen besitzt und ich fing als VFX-Designer an. Heute ist die Software für VFX sehr benutzerfreundlich und eigentlich jeder kann diese Software bedienen, ohne großartig über spezielles Wissen zu verfügen. Bevor ich mich auf VFX spezialisiert habe, fing ich als 3D-Künstler an.

Wie haben Sie die VFX für „Enthiran - The Robot“ geplant?

Srinivas Mohan: Eigentlich hatte ich vor, die gesamten VFX in Hollywood machen zu lassen. Doch durch die Rezession vor knapp zwei Jahren kürzten die Produzenten das Budget. Da war es sehr schwierig für mich, die VFX mit wenig Budget und trotzdem guter Qualität zu planen und umzusetzen. Regisseur Shankar und viele andere Menschen halfen mir sehr bei meiner Arbeit.

Welche Rolle spielt der Sound bei VFX? Benutzen Sie spezielle Sound-Effekte bei Ihren VFX?

Srinivas Mohan: Der Sound spielt eine sehr wichtige Rolle in jedem Film. Und ich bin sehr dankbar, dass der zweifache Oscar-Gewinner A.R. Rahman und Resul Pookutty als Musik-Komponisten einen tollen Job geleistet haben. Rahman spielte zusammen mit einem Symphonie-Orchester auch in London die Hintergrundmusik ein. Resul fügte viele Sound auch erst nachträglich in den Film ein. Vielen Dank an die beiden, dass sie mit ihrer Musik und ihrem Soundmix den VFX im Film Leben gaben.

Können Sie uns etwas über die Firma erzählen, die die VFX für „Enthiran“ kreiert hat?

Srinivas Mohan: Ich bin der Mitbegründer und Geschäftsführer von einer Firma namens „Indian Artists Computer Graphics Pvt. Ltd.“, die über 50 Prozent der VFX-Arbeit übernommen hat. Den Rest der Arbeit an den VFX haben wir zusammen mit acht anderen internationalen Firmen und freiberuflichen VFX-Künstlern aus den USA, Hong Kong, London und dem Iran gemacht.

Wie war die Zusammenarbeit mit einem solchen internationalen Team?

Srinivas Mohan: Es war wunderbar, in einem internationalen Team zu arbeiten. Alle mochten unsere Kreativität sehr. Die internationalen Produktionsfirmen haben ein viel größeres Budget zur Verfügung, als wir es haben, was ihnen erlaubt, ein Projekt-Management-Team einzustellen und dadurch die Arbeit wesentlich organisierter zu gestalten, als es bei uns der Fall war. Aber in Indien ist die Bedeutung einer guten Organisation und eines guten Managements während einer Produktion auch erkannt worden und langsam ändern sich die Dinge auch bei uns. Es wird mittlerweile auch viel mehr Wert auf eine professionelle und gute Vorbereitung und Pre-Production gelegt. „Enthiran“ ist hierfür ein gutes Beispiel.

Was ist Ihre größte Herausforderung?

Srinivas Mohan: Die VFX-Qualität im Film zu erreichen, wie sie Hollywood hat und das für das geringe Budget, das die indische Film-Industrie zur Verfügung hat.

Auf welche Arbeit sind Sie besonders stolz. Was erfüllte Sie beruflich gesehen bisher am meisten?

Srinivas Mohan: Bisher „Enthiran“, denn hier ist jede einzelne Sequenz meine Lieblingssequenz. Der Höhepunkt im Film aus VFX-Sicht war für mich die, als sich die Roboter zu einer großen Kugel formatierten, dann zur Schlange wurden und anschließend alle einzelnen Roboter zu einem einzigen riesigen Roboter wurden. Diese Szene stellte für mich eine große Herausforderung dar, weil jeder einzelne Roboter am Computer generiert und animiert werden musste. Die Real-Shoots dazu erforderten eine enorme Vorbereitung und waren wirklich schwer umzusetzen. Umso glücklicher macht mich auch das gute Resultat.

Haben Sie ein Traum-Projekt, an welchem Sie gern mitarbeiten würden?

Srinivas Mohan: In der indischen Kultur gibt es sehr viele Mythologien und viele Produzenten und Regisseure, wie Regisseur Shankar haben Traum-Projekte, die bisher nicht umsetzbar schienen. Für mich wäre es ein Traum, ihnen bei der Umsetzung ihrer Traum-Projekte zu helfen.

Glauben Sie, dass Indien mittlerweile Weltklasse-Niveau erreicht hat, was die VFX betrifft?

Srinivas Mohan: Momentan entwickelt sich die indische Film-Industrie in den Bereichen VFX und Animation sehr schnell. Da unsere Film-Industrie sehr groß ist und auch der Markt sehr groß ist, steht auch mehr und mehr Budget für VFX in unseren Filmen zur Verfügung. Mit „Enthiran“ haben wir es geschafft, zwischen Hollywood und der indischen Film-Industrie eine Brücke zu schlagen, was die VFX betrifft. Einige Hollywood-Firmen haben bereits Niederlassungen in Indien gegründet, um hier ihre Hollywood-Projekte zu realisieren. Ich denke, „Enthiran“ war nur ein erster großer Schritt. „RaOne“ wird ein nächster Meilenstein in puncto VFX für das indische Kino sein.


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