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01.05.2011 Von: BNA GERMANY®

Cover Story: Sonam Kapoor

Sie ist nur sieben Filme und 25 Jahre alt, aber dennoch hat diese Nachwuchs-Schauspielerin bereits eine eigene Nische für sich in Bollywood geschaffen. Mit Filmen wie „Saawariya“, „Delhi-6“, „Aisha“ „I Hate Luv Storys“ und aktuell mit „Thank you“ und „Player“, sowie mit „Mausam“ in der Produktion, schwebt sie im siebten Himmel. Die Rede ist von Sonam Kapoor.


Sonam Kapoor

Sonam Kapoor

Es ist nie einfach, in eine berühmte Familie hineingeboren zu werden und den gleichen Berufsweg einzuschlagen. Der Grund ist der Vergleich. Direkte Vergleiche mit anderen Familienmitgliedern. In ihrem Fall ist es sogar noch schlimmer: Sie ist die Tochter des illustren Schauspielers Anil Kapoor (Slumdog Millionaire), einem Star in mehr als hundert Bollywoodfilmen. Anil Kapoor hat jeden einzelnen großen Award in Indien gewonnen. Selbstverständlich war der Vergleich also da, als seine Tochter Sonam 2007 die Schauspielbühne betrat, ob sie dies nun wollte oder nicht.

Sonam Kapoor ist die Enkelin von Surinder Kapoor, einem Filmemacher-Veteran und die Nichte von Boney Kapoor, Sridevi und Sanjay Kapoor; alles berühmte und bewährte Schauspieler und Produzenten. Als Älteste von drei Kindern hat sie noch eine jüngere Schwester und einen Bruder. War sie also von Kindheit an für diesen großen Job vorbereitet worden? Wurden ihr Angebote und Gelegenheiten auf einem goldenen Teller von ihrer Familie von Filmschaffenden präsentiert? Gab es genug Unterstützung von ihrer Familie, so dass sie sich ins Bollywood Filmgeschäft wagen konnte? War die Filmindustrie bereit für sie? Gab es noch einen Platz für eine neue Schauspielerin, auf deren Schultern die große Bürde an Erwartungen lastete? Diese und viele andere Fragen stellte sich Sonam Kapoor, als sie entschied, die Filmindustrie zu erobern.

Die willensstarke junge Frau wählte den beschwerlichen und von Söhnen und Töchtern von Stars selten begangenen Weg. Sie nahm die Herausforderung an. Nach ihrem Schulabschluss in MumbaI schrieb sie sich selbst im United World College of South Asia für einen internationalen Bachelor Studiengang ein und wurde Assistentin von Filmemacher Sanjay Leela Bhansali (Devdas). Sie erledigte all das hinter der Kamera, was Assistenten so machen und sammelte wertvolle Erfahrung auf den Sets des Filmes „Black“. „Wenn man so großartige Darsteller wie Amitabh Bachchan und Rani Mukherjee beobachtet, dann lernt man einen Menge über Methodik und wie man sich auf eine Rolle vorbereitet“, sagt Sonam. Ihr zufolge verstand sie das Denken eines Regisseurs und seine Erwartungen an die Schauspieler dadurch, dass sie Sanjay Leela Bhansali beobachtete. Der Dreh von „Black“ stellte sich als eine gute Schule für sie heraus und nach zwei Jahren war sie bereit, ihre erste Schauspielrolle anzunehmen, nachdem sie beide Seiten des Schauspiels kennengelernt hatte.

Ihr großer Tag kam 2007, als ihr Mentor Sanjay Leela Bhansali ihr Regisseur in seinem nächsten Film „Saawariya“ wurde. Der Film war auch das Debüt von Ranbir Kapoor. Gemeinsam brachten sie eine gute Leinwandchemie rüber und niemand bemerkte, dass es ihre ersten Leinwanderfahrungen waren. Ihre Darstellungen waren so reif, dass das Publikum meinte, beide würden schon seit Jahren schauspielern. Kritiker und Regisseure lobten die Darstellung. Ob es die Auswirkungen von Bhansali oder ihre eigene Arbeit und Vorbereitung oder alles zusammen war: Sonam war auf der großen Bühne angekommen.

Sie erschien als nächstes in „Delhi-6“ von Rakeysh Omprakash Mehra (Rang De Basanti). Es war eine unkonventionelle Rolle, die eines zeitgenössischen jungen Mädchens aus einer konservativen Familie im alten Delhi, das davon träumt, ein großer Star zu werden, indem sie in einer TV-Reality Show auftritt. Es war eine Herausforderung, da von ihr erwartet wurde, dass sie auf der Leinwand die zwei gegensätzlichen Leben derselben Rolle leben und darstellen sollte. Kritiker lobten sie überschwänglich für ihre Darstellung. Obwohl sie trotz der breiten Bewunderung dafür keinen Award erhielt, erkannte die Industrie ihren Wert als Schauspielerin.

Der von Karan Johar produzierte Film „I Hate Luv Storys“ brachte noch eine weitere Facette ihres Schauspiels zum Vorschein. Die Zuversicht, die sie in ihrer Darstellung ausstrahlt, platzierte sie mit großem Vorsprung vor ihren Schauspiel-Kolleginnen. Ihre Spontanität ist ihr möglicherweise angeboren. Als Simran im Film spricht Sonam offen ihre Gedanken aus; sie stellt eine moderne indische Frau dar, zuversichtlich und selbstbewusst, die weiß, was sie braucht und will. Nach ihrer Performance erhielt sie sehr viel Lob von Karan Johar, der sie auch in neuen Projekten wieder besetzen möchte.

„Aisha“ war ihre nächste Station; ein Film, der auf der berühmten Romanvorlage „Emma“ von Jane Austen fußt. Unter der Regie von Neuling Rajshree Ojha brachte der Film sie ins Arthouse Kino, gemeinsam mit Schauspielkollege Abhay Deol, der für seine ernsthaften Darstellungen bekannt ist. Die Geschichte drehte sich um sie, brachte ihre Stimmungen und Launen zum Vorschein und testete ihr Schauspieltalent. Ein sehr sensibles Portrait des Charakters und ein überzeugender Umgang mit den einzelnen Situationen überzeugten die Filmindustrie wieder einmal von ihrem Talent.

Als nächstes folgte eine große Verabredung mit dem indischen kommerziellen Kino im Film „Thank You“ mit Akshay Kumar. „Thank You“ ist eine Komödie, in der sie recht bunt daherkommt. Akshay Kumar und andere Kollegen wie Irrfan Khan sind voll des Lobes für sie. Obwohl sie in dem Film mit den vier anderen Hauptdarstellerinnen Vidya Balan, Mallika Sherawat, Celina Jaitley und Rimi Sen erscheint, rückt sie mit ihrer Rolle der Sonia Mehra in den Vordergrund. Ihre nächsten zwei Filme waren ebenfalls Bollywood-Großproduktionen: „Players“ mit Abhishek Bachchan und Bipasha Basu unter der Regie von Abbas Mastan und „Mausam“ mit Shahid Kapoor, der von Pankaj Kapoor gedreht wurde. „Players“ ist ein indisches Remake des amerikanischen Filmes „The Italian Job“ von 2003. Es geht darin um eine Diebesbande, die Goldanlagen von einem früheren Mitglied stehlen möchte, der sie hereingelegt hat. Gedreht wurde der Film in Goa, er ist modisch und temporeich und glänzt mit Musik von Pritam Chakraborty, die zum mitwippen einlädt.

Sonam wird es noch sehr weit schaffen. Sie steht noch immer unter den wachsamen Augen der Filmkritiker und trägt das Label „Startochter“ mit sich herum. Aus dem Schatten ihres Vaters tritt sie jedoch langsam heraus. Noch weitere Darstellungen in dieser Art und man wird sie bald als eigenen Star betrachten. Bis dahin können wir aber schon sagen: Es ist ein neuer Stern am Bollywood - Firmament aufgegangen.


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