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01.01.2011 Von: BNA GERMANY®

Cover Story: Freida Pinto

Sie kam nahezu unangekündigt auf der Bildfläche der indischen Filmszene mit einem unbedeutenden Film mit niedrigen Erwartungen namens „Slumdog Millionaire“ an. Niemand rechnete dem Film wirklich eine Chance aus, noch weniger den Schauspielern. Freida war in dem Film noch nicht einmal überhaupt aufgefallen und bemerkt worden. In den ersten Wochen hinterließ der Film im Publikum gemischte Reaktionen. Dies änderte sich dramatisch, als „Slumdog Millionaire“ loszog, die Oscars und gute Kritiken außerhalb Indiens zu gewinnen.


Freida Pinto

Freida Pinto

So also erschien Freida Pinto schließlich auf der Bildfläche, mit einem Zwischenstopp im Fernsehen. Geboren im Oktober 1984 in Mangalore, einer Stadt an der Arabischen See im südlichen  Bundesstaat Karnataka, beendete Pinto ihre Ausbildung in Englischer Literatur in Mumbai. Als Tochter eines Schuldirektors absolvierte sie ein straffes und hartes Studienprogramm. Sie schlug eine Fernsehlaufbahn ein, wie ihre ältere Schwester, die als Moderatorin für NDTV arbeitete. Bald wurde sie zur Moderatorin einer Reisesendung namens „Full Circle -  Der Kreis ist rund“  auf dem Sender Zee International Asia Pacific ernannt, dies war 2006. Neben ihren Model - Aufträgen für einige berühmte indische und ausländische Produkte wie Wrigleys Kaugummi, Skoda, Vodafone und De Beers nahm sie bei Barry John Schauspielunterricht. Von dieser Schule können die meisten indischen Schauspieler ihren Abschluss vorweisen, allen voran Shahrukh Khan.

Eine zufällige Auswahl für „Slumdog Millionaire“ stellte ihre Welt auf den Kopf, als der Ruhm folgte. Sie mag bisher nur fünf Filme auf ihrer Karriereliste verzeichnen können, aber Freida ist bereits ein internationaler Star und vielen ihrer indischen Kollegen, die ihr ihre Erfolge weiterhin neiden, um Längen voraus. Als Latika im Film wirkt sie wie ein Mädchen von nebenan, hinterlässt aber Eindruck durch ihre unterkühlte Gefühlsdarstellung. Schauspielen handelt nicht nur davon, gesehen und bemerkt zu werden, es geht auch darum, nicht bemerkt zu werden und sich geräuschlos in die Erzählung eines Films einzufügen. Dies ist Freida Pinto in „Slumdog Millionaire“ glänzend gelungen.

Nach „Slumdog Millionaire“ brachte ihr ihre Darstellung in Woody Allens „You Will Meet A Tall Dark Stranger“ überschwängliche Kritiken ein. Nach seiner Premiere auf dem Film Festival in Cannes wurde der Film im September 2010 offiziell veröffentlicht. Neben Darstellern wie Anthony Hopkins, Antonio Banderas, Naomi Watts und anderen liefert Freida eine überzeugende Leistung auf gleicher Augenhöhe ab. „Miral“ unter der Regie von Julian Schnabel ist ein weiterer Meilenstein in ihrer Filmkarriere, in dem sie die Titelrolle eines Waisenmädchens spielt, das in der behüteten Umgebung eines Waisenhauses mit festen Werten aufwächst und in einen inneren Konflikt gerät, als sie die reale Welt außerhalb erkundet. Freida füllt die Rolle neben Hiam Abbass gut aus. Der Film hatte vor kurzem auf dem Film Festival von Venedig Premiere und wurde gut angenommen. Das weltweite Release war am 3. Dezember 2010.

Freida ist künstlerisch und kommerziell mit ihren Filmen bisher erfolgreich gewesen. „Rise Of The Apes“, ihr neuer Film, ist ein Science-Fiction Abenteuer, in welchem ein Wissenschaftler an einer Heilung der Alzheimer-Krankheit forscht und dabei an Affen Tierversuche unternimmt. Die Geschichte nimmt eine Wendung, als das Testsubjekt „Caesar“ plötzlich anfängt, sich rapide weiterzuentwickeln. Der Wissenschaftler nimmt ihn mit nach Hause, um ihn vor den grausamen Laborärzten in Sicherheit zu bringen. Freida spielt die weibliche Hauptrolle in dem Film. Sehr wahrscheinlich wird der Film im Juni dieses Jahres herauskommen und ein weiterer wichtiger Punkt auf ihrem Karriereweg als Schauspielerin werden. „Immortals“, ein Film des gebürtigen Inders Tarsem Singh, ist gerade in Produktion und wird ein weites  Actiondrama sein, in dem sie zu bewundern sein wird.

Pinto ist im „People´s“ Magazine als einer der schönsten und bestgekleideten Menschen weltweit vorgestellt worden. Kürzlich wurde ihre Beziehung zu ihrem früheren Co-Star Dev Patel öffentlich bekannt, aber Freida macht daraus auch kein Geheimnis. „Dev ist ein wunderbarer Schauspieler und Mensch. Ich neige dazu, auf Menschen, denen ich nahe stehe, stolz zu sein, und ich bin auch stolz auf Dev“, sagte Freida, als sie letzten Monat in Goa auf dem Internationalen Indischen Film Festival  war.

Während sie als Markenbotschafterin für das Indische Kino arbeitet, als jemand, der Indien und die Indische Schönheit für die Welt da draußen verkörpert, haben im großen und ganzen die indischen Filmemacher allerdings noch nicht wirklich ihre Talente erkannt und sich zunutze gemacht. Von ihrer Seite aus scheint auch Freida nicht zu interessiert an Bollywood zu sein. Ihre Beziehung zum indischen Kino, insbesondere zu Bollywood, bleibt daher immer noch etwas unbehaglich. Sie würde jedoch jedes seriöse Angebot, das ihr unterbreitet würde, ernsthaft in Betracht ziehen.

„Slumdog Millionaire“ mag ein Glücksfall gewesen sein und der Weg nach diesem preisgekrönten Film könnte hart für Freida werden. Sie müsste sich selbst immer wieder Film für Film neu beweisen. Dies hat sie zu einem gewissen Ausmaß in „Miral“ bereits getan, aber der Weg und die Reise sind lang…


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