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17.11.2014 Von: BNA GERMANY®

Cover Story: Aamir Khan

Er ist einer der großen Khans Bollywoods und der einzige Khan, dessen Film bei den amerikanischen Academy Awards für den Oscar nominiert wurde. Aamir Khan kann auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken, die sich auf mittlerweile über 30 Jahre erstreckt. Und noch ist kein Ende seiner Karriere in Sicht. Sein neuster Film „PK“ kommt am 19. Dezember in die Kinos und Aamir Khan arbeitet bereits schon an seinen nächsten Projekten. Es scheint, dass er ein goldenes Händchen für seine Filme hat, wird doch jeder seiner Filme ein Erfolg. Dabei ist Aamir Khan nicht nur Schauspieler sondern auch Produzent, Regisseur und Fernsehmoderator.


Aamir Khan

Aamir Khan

Aamir Khan wurde am 14. März 1965 als Mohammed Aamir Hussain Khan in Mumbai geboren. Schon sein Vater, Tahir Hussain, war ein bekannter Filmproduzent und auch viele andere Familienmitglieder arbeiteten und arbeiten noch immer in der Hindi-Filmindustrie. Sein Neffe Imran Khan ist seit einigen Jahren ebenfalls Schauspieler in Bollywood. Aamir Khan hatte bereits als Kind zwei kleinere Rollen in Filmen, bevor er sich als Erwachsener komplett dem Filmgeschäft widmete. So sah man ihn bereits im zarten Alter von acht Jahren in dem von seinem Onkel produzierten Musik-Film „Yadoon Ki Baaraat“ und ein Jahr später in „Madhosh“, einem Film seines Vaters. Nach der Grundschule besuchte Aamir Khan die erweitere Schule und machte nach der zwölften Klasse seinen Abschluss. Neben der Schule war er sehr aktiv im Sport, spielte aber auch bei einem experimentellen Film eines Schulfreundes mit. Seine Eltern ermunterten den jungen Aamir Khan jedoch, etwas Handfestes zu erlernen, wollten, dass er Arzt oder Ingenieur wird. Insbesondere sein Vater warnte ihn vor den Widrigkeiten des Filmgeschäfts, hatte er selbst doch viele Rückschläge und finanzielle Verluste erlitten. Daher wuchs Aamir Khan auch in eher bescheidenen Verhältnissen auf, oftmals fehlte das Geld für wichtige Dinge des Lebens. Doch Aamir Khan hielt an seinem Traum, Schauspieler zu werden, fest. Er meldete sich bei einer Theatergruppe in Mumbai an, arbeitete erst hinter der Bühne, bis er ein knappes Jahr später dann bereits seinen ersten Bühnenauftritt hatte.  Mit 18 Jahren arbeitete er für seinen Onkel Nasir Husain als Regieassistent und konnte so einen ersten tieferen Blick hinter die Kameras werfen. Zur gleichen Zeit wirkte er in einem Dokumentationsfilm, der von Studenten des Filminstituts in Pune gedreht wurde mit.  Regisseur Ketan Mehta sah Aamir Khan in dieser Dokumentation und bot im prompt eine Rolle in seinem Film „Holi“ an, in welchem er einen rebellierenden College-Studenten spielte. Der Film fand jedoch kaum Beachtung. Allerdings sah Nasir Hussain den Film und war begeistert von seinem Neffen. Da Nasir Hussain gerade plante, seinen Sohn Mansoor als Regisseur in Bollywood einzuführen und mit ihm zusammen an Mansoor Hussains Debüt-Film „Qayamat Se Qayamat Tak“ arbeiteten, wurde Aamir Khan die männliche Hauptrolle angeboten. Die weibliche Hauptrolle übernahm Juhi Chawla. Der Film kam 1988 in die Kinos und war nicht nur Mansoor Hussains Regie-Debüt sondern auch Aamir Khans Bollywood-Debüt. Der Film handelte von der Liebe zweier junger Menschen, deren Familien miteinander im Streit sind. Aamir Khan spielte den jungen Liebhaber Raj und Juhi Chawla seine Angebetete. Der Film wurde ein Hit und machte Aamir Khan und Juhi Chawla quasi über Nacht zu Stars. Aamir Khan erhielt den Filmfare Award als bester Newcomer.  1989 erschienen die zwei nächsten Filme „Raakh“ und „Love Love Love“, die jedoch sehr gemischt von Kritikern aufgenommen wurden, wobei „Raakh“ ihm noch einige gute Kritiken und sogar einen National Film Award mit einer besonderen Erwähnung einbrachte. 1990 hatte Aamir Khan zwar fünf verschiedene Filme, die veröffentlicht wurden, wobei jedoch vier floppten und lediglich das Liebesdrama „Dil“, in welchem er Seite an Seite mit Madhuri Dixit vor der Kamera stand, wurde ein kommerzieller Erfolg. Der Film war sogar der erfolgreichste Film des Jahres 1990 und etablierte Aamir Khan als führenden Schauspieler Bollywoods. Von nun an waren die meisten Filme von Aamir Khan am Box-Office erfolgreich und er wurde von den Filmkritikern hochgelobt. Zu den Filmen der folgenden zwei Jahre zählten „Dil Hai Ke Manta Nahin“ (1991), „Jo Jeeta Wohi Sikandar“ (1992), „Hum Hain Rahi Pyar Ke“ und „Rangeela“ (1995). Schon relativ früh in seiner bis dahin noch jungen Karriere entschied sich Aamir Khan auf Klasse statt Masse zu setzen, eine Entscheidung, die sich als absolut richtig erwiesen hat. Aamir Khan wählte seine Filme und Rollen sehr mit Bedacht aus und legte dabei besonderen Wert darauf, nicht in eine bestimmte Schublade gesteckt werden zu können. So sah man ihn 1996 in nur einem Film. „Raja Hindustani“ von Regisseur Dharmesh Darshan wurde ein Blockbuster und zeigte ihn an der Seite von Karisma Kapoor.  Für den Film erhielt er seine erste Auszeichnung als bester Schauspieler. Ein Jahr später, 1997, war er zusammen mit Ajay Devgn, Juhi Chawla und Kajol in „Ishq“ zu sehen, der ebenfalls erfolgreich war.  Um seine Fans nicht nur von seinem Schauspieltalent zu überzeugen, sondern auch von seinen Sangeskünsten, beschloss Aamir Khan in seinem folgenden Film „Ghulam“ (1998) den Playbeack-Gesang zu übernehmen.  1999 kamen gleich zwei Filme von Aamir Khan in die Kinos: zum einen „Sarfarosh“ von Regisseur John Mathew Matthan und zum anderen „Earth“ von Deepa Mehta. Beide Filme waren relativ erfolgreich, hatten aber nicht das Zeug, Aamir Khan in seiner Karriereleiter höher steigen zu lassen, ebenso wenig wie „Mela“ (2000), in welchem er mit seinem Bruder Faisal Khan gemeinsam vor der Kamera stand.

 

Ab 2001 geht es nur noch steil aufwärts für Aamir Khan

Wollte Aamir Khan sich an der Spitze Bollywoods weiterhin behaupten, brauchte es einen neuen Blockbuster. 2001 spielte er die männliche Hauptrolle in „Lagaan“. Der Film kam zwar nur mäßig beim indischen Publikum an, hatte dafür aber umso mehr Erfolg auf dem internationalen Filmmarkt, lief erfolgreich auf verschiedenen namhaften internationalen Filmfestivals und erhielt sogar eine Nominierung als bester ausländischer Film bei den amerikanischen Academy Awards. Aufbauend auf dieser Welle des internationalen Erfolgs drehte Aamir Khan „Dil Chahta Hai“, dem Regie-Debüt von Farhan Akhtar, in welchem Aamir Khan zusammen mit Saif Ali Khan, Preity Zinta und Akshaye Khanna vor der Kamera stand. Der Film wurde ein Hit am Box-Office. Nun hatte es Aamir Khan geschafft, seinen Platz an der Spitze Bollywoods zu behaupten. Und gerade, als er an diesem Höhepunkt angekommen war, zwang ihn seine private Situation, eine Auszeit vom Film zu nehmen. Sie Ehe mit Reena Dutta, die er 1986 heiratete und mit der er zwei gemeinsame Kinder (Sohn Junaid und Tochter Ira) hat, scheiterte und Aamir Khan ließ sich schließlich 2002 von seiner Frau scheiden.  2001 lernte er zudem bereits Kiran Rao kennen, die als Regie-Assistentin für Ashutosh Gowariker  für den Film „Lagaan“ arbeitete. Die Beziehung zwischen den beiden wurde immer enger. Ende 2005 heirateten schließlich die beiden. Böse Zungen behaupteten in dieser Zeit, dass Kiran Rao mit Aamir Khan bereits eine Affäre hatte, als dieser noch mit Reema Dutta verheiratet war und der Grund für die Scheidung sei. Doch Aamir Khan gab nichts auf derartige Gerüchte, blühte stattdessen in dieser neuen Liebe auf und widmete sich wieder voller Tatendrang dem Filmbusiness.

2005 spielte er die Hauptrolle in Ketan Mehtas „Mangal Pandey: The Rising“ und ein Jahr später in Rakeysh Omprakash Mehras „Rang De Basanti“. Beide Filme, obwohl sie keine Mainstream-Filme waren, waren sehr erfolgreich, wenngleich der Erfolg im Ausland wesentlich größer war, als in Indien selbst. So verhielt es sich auch mir Aamir Khans nächstem Film „Fanaa“, in welchem man ihn an der Seite von Kajol sah. „Fanaa“ wurde ebenfalls als bester ausländischer Film für die Oscars eingereicht, hat es allerdings nicht geschafft, nominiert zu werden. Dafür erhielt der Film jedoch eine Auszeichnung bei den BAFTA Awards in UK.  In den nun folgenden Jahr, 2007, gab Aamir Khan schließlich sein Regie-Debüt mit „Taare Zameen Par“ und landete prompt einen weiteren Hit, gefolgt von Filmen wie „Gharjini“ (2008), „3 Idiots“ (2009), „Talaash“ (2012) und „Dhoom 3“ (2013). Aamir Khan brach mit „Dhoom 3“ sogar sämtliche Boxoffice-Rekorde. Der Film erzielte die höchsten Einnahmen an dem Eröffnungswochenende, die jemals  bis dahin von einem Bollywood-Film erzielt wurden.  Nun steht Aamir Khan mit seinem neusten Film „PK“ in den Startlöchern und wir sind gespannt, welche Rekorde dieser Film brechen wird.

Aamir Khan hat sich in all den Jahren nicht nur als erfolgreicher Schauspieler etabliert, sondern ist auch ein erfolgreicher Produzent und Regisseur. Darüber hinaus ist er auch ein gern gesehener Gastgeber für verschiedene Fernsehsendungen und Shows, wie der politischen Talk-Show „Satyamev Jayte“, die 2012 erstmals auf Sendung ging. Aamir Khan ist bekannt für seinen Perfektionismus. Nicht selten mischte er sich in die Regiearbeit der Regisseure seiner Filme ein, was ihm manchmal auch Ärger einbrachte. Nichtdestotrotz zeigte Aamir Khan bisher immer ein goldenes Händchen bei dem, was er tat und gewann nicht umsonst unzählige Awards. Die Liebe zwischen ihm und seiner Frau Kiran Rao scheint Aamir Khan auch beruflich beflügelt zu haben und brachte ihn in ungeahnte Höhen. Sein privates Glück komplettierte er  durch die Geburt seines Sohnes Azad Rao Khan am 5. Dezember 2011, der von einer Leihmutter zur Welt gebracht wurde. Wir freuen uns mit Aamir Khan für seinen beruflichen und privaten Erfolg und wünschen uns noch viele weitere gute Filme von und mit ihm.


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