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04.08.2013 Von: Kunal Srivastava

Karni Mata – Der Tempel in dem Ratten verehrt werden

Der Großteil der indischen Bevölkerung besteht aus Hindus. Teil des Hinduismus ist auch, andere Religionen zu respektieren, getreu dem Motto „Sabka Malik Ek“ (Gott ist eins). Die Menschen verehren Gott in verschiedensten Arten und Weisen und dennoch gibt es nur einen Allmächtigen. So lehrt der Hindusimus auch, selbst alle Tiere respektvoll zu behandeln, so wie wir es auch bei unseren Mitmenschen tun (sollten).


Karni Mata

Ratten werden hier als heiliges Tier verehrt

Karni Mata

Eingang zum Karni Mata Tempel

In Rajasthan gibt es einen Tempel, in welchem etwa 20.000 Ratten leben; gefüttert, beschützt und angebetet werden. Die Rede ist von dem Karni Mata Tempel, einem der bekanntesten und wahrscheinlich auch ungewöhnlichsten Tempel in ganz Indien. Dieser Tempel befindet sich in dem kleinen Örtchen Deshnok, knapp 30 Kilometer südlich von Bikaner gelegen. Der Tempel ist der indischen Göttin Karni gewidmet, die als Reinkarnation von Durga angesehen und verehrt wird. 

Es heißt, dass Karni in der Charan-Kaste geboren wurde und ihre Folgschaft die Reinkarnation der Göttin Gurga anbetet. Karni wurde offiziell durch die königliche Familie von Jodhpur und Bikaner zur Gottheit erklärt. Sie lebte ein sehr asketisches Leben und wurde schon zu Lebzeiten von vielen verehrt. Die Legende erzählt, dass Laxman, Karni Matas Stiefsohn, eines Tages in einem See ertrunken ist, als er versuchte, vom Ufer aus einen Schluck des Wassers zu trinken. Karni Mata rief den Gott Yama, den Gott des Todes, und bat ihn, ihren Stiefsohn wiederzubeleben. Zuerst wollte Yama nicht einwilligen, stimmte dann jedoch zu unter der Bedingung, dass alle männlichen Nachkommen von Karni Mata und auch Laxman selbst als Ratten wiedergeboren werden.

Der Tempel zieht jährlich tausende von Touristen an

Eigentlich gibt es zwei Tempel zu Ehren von Karni Mata; doch der berühmteste Tempel ist der in Deshnok, der erbaut wurde, nachdem Karni Mata auf mysteriöse Weise eines Tages plötzlich spurlos verschwunden ist. Der Tempel ist aufgrund der vielen Ratten, die dort leben, bekannt geworden. Diese Ratten werden als heilig gesehen und sie erhalten Schutz im Tempel.  Der andere Tempel, der Karni Mata gewidmet ist, hat keinen Schrein mit einem Bild von ihr, sondern einen Fußabdruck, der verehrt wird, da es heißt, dies sei der Fußabdruck von Karni Mata, der symbolisiert, dass sie einst dort gewesen ist. Im Tempel von Deshnok hingegen kann man im Hauptschrein ein Bildnis der Karni Mata sehen. Um das Bild herum befinden sich die ganzen Opfergaben der Pilger. Das Bild zeigt Karni Mata mit einem Dreizack in der Hand. Das Bild ist etwa 75 Zentimeter hoch und bedeckt und verziert mit einer Krone und Blumengirlanden. Der Karni Mata Tempel ist nicht nur eine Pilgerstätte für Hindus, sondern zieht jährlich auch tausende von Touristen an.

Die Ratten leben im Tempel zusammen mit den Tempel-Priestern. Das Essen, das von den Ratten berührt wurde, wird als von Gott gegebenes Essen angesehen. Das ist auch ein Grund dafür, wieso die Priester von den gleichen Tellern essen, wie die Ratten und auch die Milch trinken, von der zuvor die Ratten getrunken haben. Wer den Tempel besucht, wird überwältigt sein von der riesigen und unüberschaubaren Anzahl an Ratten. Wo man auch hinschaut – überall sind Ratten, und überall stehen Metallschalen, gefüllt mit Milch, und Teller mit Süßem und Getreide. Um die Ratten vor Angriffen von Vögeln und anderen Tieren zu schützen, ist das gesamte Tempel-Gelände mit Gitterdraht und Netzen umgeben.

Die Mehrzahl der Ratten ist schwarz, es gibt aber auch einige wenige Ratten im Tempel, die weiß sind. Diese weißen Ratten werden als „Kaba“ bezeichnet. Es gilt als glückverheißend, wenn einem eine weiße Ratte über den Weg läuft. Selbst allein der Anblick einer dieser weißen Ratten soll Glück bringen. Man glaubt, dass diese weißen Ratten die Manifestation der Karni Mata und ihrer vier Söhne sind. Umso verständlicher ist es, dass die meisten Besucher des Tempels versuchen, eben nur diese weißen Ratten anzulocken und ihnen die leckersten Speisen reichen.

Sollten Sie einmal nach Indien reisen und in dieser Gegend sein, besuchen Sie auf jeden Fall einmal diesen außergewöhnlichen und einzigartigen Tempel. Allerdings dürfen Sie sich nicht vor Ratten ekeln oder gar fürchten.


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