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01.12.2010 Von: BNA GERMANY®

Hintergrundbericht: "Don 2"-Dreharbeiten in Deutschland

Die Dreharbeiten zu "DON 2" in Deutschland gehen gerade zu Ende. Unterstützt durch das Medienboard Berlin/Brandenburg, visitBerlin, Film Base Berlin und der Hürther Stuntfirma Action Concept, drehte der indische Regisseur Farhan Akhtar zusammen mit Produzent Ritesh Sidhwani (Excel Entertainment) und einer insgesamt 70-köpfigen Crew aus Indien, bestehend aus den Darstellern, Kameramännern, Technikern und Assistenten einen Großteil der Szenen für die Fortsetzung des bereits 2006 sehr erfolgreich gelaufenen Films "Don".


Farhan Akhtar, Shahrukh Khan, Priyanka Chopra und Boman Irani

Farhan Akhtar, Shahrukh Khan, Priyanka Chopra und Boman Irani auf der PK in Berlin

Shahrukh Khan

Boman Irani

Boman Irani

Shahrukh Khan

An insgesamt mehr als 50 Drehtagen arbeitete das "Don 2"-Team seit Mitte Oktober an dem Film und ließ sich auch nicht von der eher auslandenden Kälte Berlins abschrecken. Für Bollywood Fans waren die vergangenen sechs Wochen das Paradies auf Erden, konnten sie doch ihren Stars noch nie so lange so nahe sein. Jeder einzelne der Darsteller in "Don 2", ob Shahrukh Khan, Kunal Kapoor, Boman Irani, Priyanka Chopra oder Lara Dutta wurde von den Fans, die bei Wind und Wetter, Tag und Nacht vor dem Hotel Mandala in der Potsdamer Straße standen - jenem Hotel in welchem die gesamte indische Crew untergebracht war, herzlich begrüßt. Und sicher war es auch diese Herzenswärme der Fans, die die Dreharbeiten für alle trotz des Wetters angenehm werden ließen. Doch nicht nur die Fans sorgten für Wohlbefinden: der Cateringservice von Barjinder Sodhi sorgte bei den Stars und der Crew für das leibliche Wohl. Täglich kochte der in Berlin lebende Inder, der mehrere Restaurants und Hotels in Berlin besitzt, indisches Essen für das Team und nahm von den Stars die Bestellungen höchstpersönlich auf. Auch sonst konnte sich das gesamte Team in Deutschland sehr wohl fühlen. Gedreht wurde an sechs Tagen in der Woche. Und es blieb genügend Zeit für jeden der Darsteller, sich Deutschland und Europa näher anzuschauen. Diese Chancen nutzen sowohl Kunal Kapoor, als auch Shahrukh Khan sehr gern. Zu Shahrukh Khans Geburtstag am 2. November, den er im Berlin feierte, kamen die Freunde und Familie des Superstars Bollywoods in die Bundeshauptstadt gereist. Hrithik Roshan, der einen Gastauftritt bei "Don 2" haben wird, kam ebenso, wie Shahrukh Khans Frau Gauri samt den beiden Kindern, Farhan Akhtars Familie und einigen anderen. 

Da Berlin in "Don 2" die Hauptrolle spielen wird, wurden hier sehr prominente Drehorte gewählt: Der Dom, der Gendarmenmarkt, der Kurfürstendamm, das Brandenburger Tor, die Siegessäule, der Potsdamer Platz, der Alexanderplatz und die Staatsoper Unter Den Linden. Aber auch die Filmstudios in Potsdam Babelsberg und der Berliner Flughafen Schönefeld dienten als Locations für die Dreharbeiten. Insgesamt werden die Kosten für die Produktion von "Don 2" auf über 40 Millionen Euro geschätzt, allein zwei Millionen Euro steuert das Medienboard Berlin zusammen mit der Filmförderung bei. Noch nie wurde für einen Action-Film aus Indien so viel Geld ausgegeben und die Erwartungen an das Endresultat sind entsprechend hoch. In Indien wird "Don 2" jedoch erst im Dezember 2011 in die Kinos kommen. In Deutschland müssen die Fans sogar noch länger warten. Zwar sicherte sich der deutsche Filmvertrieb Rapid Eye Movies die deutschen Vertriebsrechte, schafft es jedoch nicht, "Don 2" vor Februar oder März 2012 zu veröffentlichen. Dass der Film zuvor im Februar 2012 auf der Berlinale zu sehen sein wird, versteht sich von selbst. Und noch während Farhan Akhtar und sein Team inklusive Shahrukh Khan, Hrithik Roshan, Priyanka Chopra, Lara Dutta und Boman Irani noch an der Produktion arbeiten, wollen wir einen Blick hinter die Kulissen werfen:

Wie ist eigentlich die Entstehungsgeschichte von "Don 2"? Bereits 2005 drehte Regisseur Farhan Akhtar, der Sohn des bekannten indischen Poeten und Songtexter Javed Akhtar, "Don - The Chase Begins". Schon zuvor machte sich der junge Regisseur einen guten Namen in der Filmindustrie mit Filmen wie "Dil Chahta Hai" und "Lakshya". Als er 2005 verkündete, ein Remake des "Don" aus dem Jahr 1978 zu drehen, wurde er nur müde belächelt. Doch mit Shahrukh Khan als Hauptdarsteller und Priyanka Chopra als Hauptdarstellerin, einer modernen Action-Konzeption und professioneller Technik, ließ sich das Endresultat 2006 in den Kinos bewundern. Und nicht nur das: "Don - The Chase Begins" wurde ein Superhit am Box-Office - nicht nur in Indien, sondern auch in Europa. In Berlin hatte "Don - The Chase Begins" im Rahmen der Berlinale seine Deutschland-Premiere und Farhan Akhtar, der zu dieser Premiere persönlich anwesend war, konnte sich zum ersten Mal ein Bild von Berlin machen.

Doch kommen wir ganz zu den Anfängen von "Don": Am 20. April 1978 hatte ein Film mit dem nichtssagenden Titel "Don" in den Indischen Kinos Premiere. Hauptrollen spielten damals der legendäre Amitabh Bachchan und die ebenso legendäre Zeenat Aman. Regisseur Chandra Barot hatte große Hoffnungen für seinen Film, zeigte er doch Amitabh Bachchan in einer seiner besten Rollen. Das Drehbuch und die Charaktere zum Film schrieben damals Javed Akhtar - Farhan Akhtars Vater - und Salim Khan - Vater von Salman Khan. Die Rolle des Don spielte Amitabh Bachchan ganz entsprechend der Erwartungen der beiden Drehbuchautoren und noch darüber hinaus. Zur damaligen Zeit, 1978 steckte das Indische Kino noch immer in seinen eigenen Klischees fest. Es gab entweder Mainstream-Kino oder Art-House-Kino und die Filmemacher der damaligen Zeit waren entweder auf der einen Seite oder auf der anderen Seite. Und ebenso verhielt es sich mit den Schauspielern. Entweder sie spielten klischeehafte Rollen für das Mainstream-Kino oder versuchten sich als Art-House-Darsteller. Beides ging nicht. Der Notstand, politisch betrachtet, war gerade vorbei und die neue Regierung ließ die Hoffnungen der Bevölkerung steigen. Die  Darstellenden Künste verbreiteten sich mehr und mehr in der indischen Gesellschaft. Und vor solch einem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Hintergrund kam "Don" in die Kinos.

"Don" erzählt die Geschichte eines Unterwelt-Bosses und seiner Gang, die die ganze Stadt beherrschen, bis zu dem Tag, an den der Polizist D'Silva auf Don trifft und ihn tötet. D'Silva ist jedoch der Einzige, der weiß, dass Don tot ist. Er engagiert Vijay, der Don verdammt ähnlich sieht, um sich als Don auszugeben und D'Silva zu dem Rest der Mafia-Gang zu führen. Dafür will D'Silva im Gegenzug Vijays Neffen und Nichten helfen - den Kindern, des gerade inhaftierten Jasjit - gespielt vom Pran. Doch als Jasjit aus der Haft entlassen wird, erfährt er von dem Tagebuch des Polizisten und kommt damit dem Geheimnis auf die Spur, dass es "Don" gar nicht mehr gibt und das Vijay vorgibt, Don zu sein. Zum Beweis dafür muss er sich dieses Tagebuch beschaffen. Doch auch Malik, der vorgibt, von Interpol zu sein, in Wirklichkeit jedoch ein noch schlimmerer Mafia-Boss ist, als es Don je sein könnte, tötet den Polizisten D'Silva, um ebenfalls an dessen Tagebuch zu gelangen. So beginnt zwischen Jasjit und Malik die Verfolgungsjagd nach dem Tagebuch und Vijay befindet sich zwischen den Fronten...

Der bekannteste Song aus dem Original-Don ist "Khai Ke Paan Banaras Waala" - gesungen von Kishore Kumar. Unvergesslich ist auch der "Purbi"-Akzent, den Amitabh Bachchan im Film hatte und der sehr schnell in ganz Nord-Indien berühmt wurde. Selbst das "Paan Chewing" (Brot-Kauen) wurde Dank des Films plötzlich gesellschaftsfähig. Die großartige Performance von Amitabh Bachchan, das reizende Aussehen von Zeenat Aman und die gewaltige Stimme von Pran gaben dem Film "Don" von 1978 seinen einzigartigen Charakter. Kaum wurde der Film in den Kinos gezeigt, wurde er auch schon ein Blockbuster und hielt sich noch Wochen nach dem Filmstart auf Platz Eins. 

Als sich Farhan Akhtar dann 2005 entschloss, ein Remake von "Don" zu produzieren, waren die Zweifel bei Kennern der Film-Industrie groß: Würde Shahrukh Khan der Rolle des Don, die durch Amitabh Bachchan unsterblich wurde, gerecht werden können? Kann eine Priyanka Chopra auch nur annähernd so viel Glanz, Anmut und Kraft auf die Leinwand bringen, wie es einst Zeenat Aman tat? Wie würde sich Arjun Rampal in der Rolle machen, die einst von Pran verkörpert wurde? Und wie würde sich ein Boman Irani machen, der die Stelle von Om Shivpuri ersetzen soll?  Sie alle gaben ihr Bestes und "Don - The Chase Begins" wurde ein Erfolg. Doch vier Jahre später wurde allen klar, dass das Remake trotz allem nicht an das Original aus dem Jahr 1978 herankommen kann. "Don" ist und bleibt unsterblich, und das Remake von Farhan Akhtar ist beinahe wieder aus den Köpfen der Kinozuschauer verschwunden. Der Original "Don" hat seinem Remake viel voraus: zum einen die extreme Popularität von Amitabh Bachchan, der bereits damals, ohne Hilfe von Internet, Funk und Fernsehen ein Nationalheld war und eine Fanschaft hatte, von der selbst Shahrukh Khan noch heute träumt. Das Drehbuch von Salim Khan und Javed Akhtar war so gut und so neu, dass man so etwas zuvor noch nicht im Indischen Kino sah. All dies trägt dazu bei, dass die Kluft zwischen Original und Remake so groß ist und die Popularität für den Original "Don" noch immer anhält.

Durch die Fortsetzung zu "Don - The Chase Begins" sollte es jedoch für Farhan Akhtar möglich sein, neue Zeichen zu setzen mit Hilfe einer neuen Story, einer neuen Herangehensweise an das Thema, mit neuen Darstellern, neuen Situationen und Drehorten und einem helleren Look. Shahrukh Khan, Hrithik Roshan und Priyanka Chopra haben nun die schwere Last auf ihren Schultern, "Don 2" ebenso unsterblich zu machen, wie den Original "Don" und damit einen Meilenstein für Farhan Akhtar zu setzen. So gehen Film-Kritiker und Fans in das neue Jahr 2011 mit der Hoffnung und er Erwartung auf eine umwerfende Fortsetzung des Remake "Don" in "Don 2".


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