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04.08.2013 Von: BNA GERMANY®

Indische Städte: Bangalore

Bangalore ist die Hauptstadt des indischen Bundesstaates Karnataka. Mit über 8,4 Millionen Einwohnern ist sie nach Mumbai und Delhi die drittgrößte Stadt Indiens. Bangalore ist auch Verwaltungssitz der Distrikte Bangalore Urban und Bangalore Rural und Zentrum der zivilen und militärischen Luft- und Raumfahrtindustrie und -forschung Indiens. In jüngerer Zeit hat es sich zudem zu einem der wichtigsten IT-Zentren des Landes entwickelt. Wegen der zahlreichen Parkanlagen wird von Bangalore auch oft als der „Gartenstadt“ gesprochen. Anlässlich des fünfzigsten Jahrestags der Gründung des Bundesstaats im Jahr 2006 beschloss die Regierung von Karnataka nach einem Vorschlag des Schriftstellers U. R. Ananthamurthy, den englischen Namen der Stadt in ihre Kannada-Namensform Bengaluru umzubenennen. Da die indische Zentralregierung der Namensänderung bisher nicht zugestimmt hat, ist der Umbenennungsprozess aber noch nicht abgeschlossen.


Bangalore

Einkaufsstraße in Bangalore

Bangalore wurde wahrscheinlich 1537 von Kempe Gowda I gegründet. Kempe Gowda soll für diese neue Stadt den Namen Bengaluru gewählt haben, da seine Mutter und seine Ehefrau aus einer Ansiedlung dieses Namens stammen, die heute noch als Halebengaluru (Alt-Bangalore) nahe Bangalore existiert. Nach einer anderen Version hat eine alte Frau im 10. Jahrhundert König Veeraballa gekochte Bohnen zu Essen gegeben, als er sich im Wald verirrt hatte. Aus Dankbarkeit nannte er den Ort danach Benda Kaluru, die „Stadt der gekochten Bohnen“. Die Briten unter Charles Cornwallis eroberten die Stadt 1799 in einer Schlacht mit Tipu Sultan und anglizierten den Namen zu „Bangalore“. Im Jahr 1898 wurde Bangalore von einer Pestepidemie heimgesucht, die eine große Zahl von Opfern forderte. Als Konsequenz daraus wurden Abwasser- und Gesundheitswesen modernisiert und Vorschriften für Sanitäranlagen beim Bau neuer Häuser erlassen. 1900 wurde das Victoria Hospital eröffnet. Nach 1900 dehnte sich Bangalore schnell aus. Bis 1950 entstanden die Stadtteile Basavanagudi, Malleshwaram, Kalasipalyam, Gandhinagar und Jayanagar. Bis 1949 war Bangalore eine wichtige Garnisonsstadt der Briten, wovon noch heute Straßennamen wie Brigade Road oder Residency Road zeugen.

Durch seinen wirtschaftlichen Aufschwung und die damit einhergehende Zuwanderung erlebt der Raum Bangalore ein erhebliches Bevölkerungswachstum, zwischen 2001 und 2011 hat sich die Einwohnerzahl der Agglomeration um knapp fünfzig Prozent gesteigert. Über die Hälfte der Bevölkerung Bangalores sind Zuwanderer aus anderen Teilen Indiens und der Welt - zu einem guten Teil qualifizierte IT-Fachkräfte, was der Stadt eine kosmopolitische Prägung gegeben hat. Verwaltungs- und Verkehrssprache in Bangalore ist Kannada, die Hauptsprache Karnatakas. Daneben gibt es beträchtliche sprachliche Minderheiten: Die Muslime Bangalores sprechen traditionell Urdu, unter Zuwanderern aus anderen Landesteilen sind Sprachen wie Tamil, Telugu und Malayalam verbreitet. Wie überall in Indien spielt Englisch eine wichtige Rolle als Bildungs- und Verkehrssprache. Die größte Zuwanderergruppe in Bangalore bilden die Tamilen, die rund dreißig Prozent der Bevölkerung der Stadt ausmachen. 

Das indische Silicon Valley

In den letzten Jahren haben sich in Bangalore viele in- und ausländische Computer- und Hochtechnologiefirmen angesiedelt, die die Stadt zu einem Zentrum der indischen Softwareindustrie machten und ihr den Beinamen „indisches Silicon Valley“ eingebracht haben. Ein Grund hierfür ist auch das vergleichsweise angenehme Klima, denn anders als in den schwülwarmen Küstenregionen herrscht im Sommer hier meist eine trockene Hitze. Insbesondere große internationale Unternehmen wie beispielsweise Intel, Accenture, IBM, Cisco Systems, Dell, Oracle, Bosch, HP, SAP, Motorola, Fujitsu, Infosys Technologies Ltd.,Tata Consultancy Services, Siemens, Texas Instruments, Novell, McAfee, oder Wipro Technologies sowie Call-Center haben sich hier in großen „Technikparks“ wie Electronics City oder International Technology Park (ITPL) niedergelassen. Dadurch hat sich in Bangalore eine breite Mittelschicht von hoch qualifizierten und überdurchschnittlich verdienenden indischen Informatikern gebildet.

Reich an großen, schönen Parkanlagen

Bangalore wird auch die „Gartenstadt“ genannt, da sie für indische Maßstäbe eine hohe Zahl von Parks besitzt. Der größte Park ist der Lal Bagh, ein schöner Park mit sehenswertem Glashaus und Blumenbeeten. Dieser botanische Garten wurde im 18. Jahrhundert von Hyder Ali gegründet und von seinen Sohn Tipu Sultan, der für seine Liebe zu Rosen bekannt war, Lal Bagh getauft. Lal Bagh bedeutet Roter Garten. Noch heute ist ein abgegrenzter Bereich nur für die Rosenzucht reserviert. Ansonsten kann man hier eines der ältesten Gesteine der Welt sehen. The Rock ist über drei Milliarden Jahre alt. Im Glashaus findet in der Woche um den 26. Januar (Republic Day) und in der Woche um den 15. August (Independence Day) jedes Jahr eine Blumenschau statt. Der Botanische Garten beherbergt auf seinen 96 Hektar über 1600 Pflanzenarten.

Der Cubbon Park ist Bangalores  120 Hektar großes Equivalent zum New Yorker Centralpark und ideal, um sich ein bisschen vom Smog zu erholen. Im Zentrum befindet sich die State Central Library und am östlichen Rand das Goverment Museum mit einigen Steinschnitzerein, die Venkatappa Art Gallery mit Werken des Mysuruer Künstler K. Venkatappa und einigen aktuelleren Arbeiten von Künstlern des 20. Jahrhunderts und das trostlose Government Aquarium. Außerdem findet man hier noch das Technical Museum. 

Weitere Sehenswürdigkeiten sind Vidhana Soudha (Regierungsgebäude) und der High Court, sowie viele kleine und große Tempel und mehrere christliche Kirchen. Der größte, aber nicht unbedingt schönste Tempel ist ein Iskcon-Krishna-Tempel.

Aufgrund der relativ breiten wohlhabenden Mittelschicht rund um die IT-Industrie hat sich ein großes, westlich geprägtes Konsumangebot mit Einkaufszentren, Multiplex-Kinos, Restaurants, Pubs und Bars und einem vergleichsweise aktiven – wenn auch nicht mit westlichen Verhältnissen vergleichbaren - Nachtleben entwickelt. Die Jugend der Stadt ist mode- und techniktrendbewusst.

Restaurants bieten überwiegend vegetarische Gerichte aus verschiedenen Regionen Indiens an, einige zudem chinesisches und westliches Essen. Westliches Fastfood ist mittlerweile in vielen Stadtteilen erhältlich, so gibt es überall in der Stadt Filialen von Mc Donald's,  KFC, Pizza Hut, Pizza Corner, Dominos und in der Stadtmitte ein Hardrock Cafe. In den zahllosen Supermärkten der Stadt kann man sich ebenfalls mit westlichem Essen eindecken. Wer ein Hotel mit westlichem Standard sucht, muss tief in die Tasche greifen: Die Hotelpreise sind, wie auch in Mumbai und Delhi, mit die höchsten in ganz Asien. Wenn Sie in Bangalore sind, sollten sie auch unbedingt zum Stadtteil Shivaji Nagar. Im südlichen Teil dieses Stadtteils befindet sich die Infantry Road mit ihren Edel-Souvenir-Läden, in denen man vom Kaschmirschal bis zum geschnitzten Ganesha alles bekommt. Nördlich des Shivaji Busstands befindet sich einen kleines Labyrinth enger Gassen, in denen man jegliches Handwerk finden kann. Vom Schuster bis zur Motorradwerkstatt, vom Blumenkranzflechter bis zum Möbelgeschäft ist alles zu finden. Auf Handkarren werden Früchte und Gemüse angeboten und aus kleinen Garküchen duftet es nach indischem Essen. Außerdem findet man an jeder Ecke die Gelegenheit einen Chai zu trinken. Die Bevölkerung ist hier bunt gemischt, so sieht man schwarz verschleierte Frauen, aber auch die moderne Managerin, den Businessmann und den Bettler.

Von Deutschland aus kommen Sie am besten von Frankfurt oder München mit Flügen über Delhi oder Mumbai nach Bangalore. Alle größeren Flughäfen Indien bieten mehrmals täglich Flüge nach Bangalore an.


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