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01.04.2011 Von: BNA GERMANY®

Indiens reichste Gottheit

Diesmal stellen wir Ihnen die reichste indische Gottheit vor, nämlich Tirupati Balaji. Ungefähr 200 Kilometer von Bangalore und 160 Kilometer von Chennai entfernt liegt in Südindien der Tempel von Lord Venkateshwara, der jedes Jahr mehr als 200 Millionen Euro an Spenden und Opfergeldern erhält. Der Tempel liegt in den Bergen von Tirumala und zieht jeden Tag mehr als 75.000 Pilger an. Man geht davon aus, dass er von Thondaiman, dem König von Kanchipuram gebaut wurde; von den Chola Königen der Region Tamil Nadu wurde er später renoviert. Die Legende erzählt, dass Lord Venkateshwara hier für die gesamte Dauer des Kali Yuga, des vierten und letztes Zeitalters in der hinduistischen Kosmologie, gelebt haben soll.


Tirupati Balaji

Tirupati Balaji-Tempel

Der uralte Tempel liegt auf dem siebten Gipfel des Hügelkamms. Im Inneren des Tempels befindet sich das schwarze Abbild von Lord Balaji, das immer mit Gold und Diamanten bedeckt ist, welche die Besucher mitbringen. Der Legende nach nahm Balaji ein Darlehen für seine Heirat mit Padmavati bei Kuber, dem Gott des Reichtums und des Wohlstands, auf. Er bekam Probleme mit der Rückzahlung, so dass ihn seine Anhänger deshalb dabei unterstützen und ihm Geld spenden, damit er sein Darlehen schließlich doch noch zurückzahlen kann. Im Gegenzug erwarten und glauben sie, dass Lord Balaji, die vorsitzende Gottheit des Tempels, alle ihre Wünsche eines jeden einzelnen erfüllen werde.

Der Tempel hat den Großteil seines gegenwärtigen Reichtums und seiner Größe durch Gaben von Gold und Diamanten im Mittelalter unter der Herrschaft der Vijayanagara Herrscher erhalten. Der Ort gilt als astrologisch gesegnet und sogar die Krönungsfeierlichkeiten von Kaisern fanden in der Vergangenheit im Tirupati Tempel statt. 1517 spendete Krishnadevaraya, einer der größten Herrscher von Südindien, auf einer seiner zahlreichen Besuche im Tempel Gold und Juwelen und ermöglichte so, dass die Decke des inneren Schreins vergoldet werden konnte. Der Marathen-Gereral Raghoji Bhonsle besuchte ebenfalls den Tempel und setzte eine ständige Verwaltung für die Ordnung und den Ablauf im Tempel ein.

1843 wurde mit der Ankunft der East India Company die Verwaltung des Sri Venkateswara Tempels und einiger anderer Schreine an Seva Dossji  von der Hathiramji Mutt in Tirumali als Vicaranakarta übertragen, für nahezu ein Jahrhundert bis 1932, als  die TTD, Tirumala Tirupati Devasthanams, gegründet wurde.

Seitdem organisiert und verwaltet die TTD den Tempel und die gesamte Umgebung mit vielen Regeln und Vorschriften. Bei täglich 75.000 Besuchern ist es nicht einfach, diesen Ansturm ohne eine Stampede oder Massenpanik zu bewältigen. Der Tempel hat ein starkes Verwaltungssystem mit eigenem Budget, Angestellten, Haushältern, Sicherheitspersonal und andern komplexen Systemen.

Niemand weiß ganz genau, wie groß der gesamte Reichtum des Tempels ist; man kann nur schätzen, dass es mehrere Tausend Milliarden Euro sind, vielleicht genug, um ein kleines Land damit halten und regieren zu können. An manchen Stellen kann man ganze vergoldete Wände sehen, die mit Gold und Silber nur so leuchten. Die Einrichtung hat ihre eigene Polizeistation und einen eigenen Bahnhof, Flughafen und Hubschrauberlandeplatz.

Man glaubt, dass Lord Balaji ein strenger Buchhalter mit viel fachlicher Ahnung ist. Wenn man ihm opfert und ihm etwas verspricht, muss man diese Zusage auch entsprechend einhalten. Wenn man das nicht tut, hat er seine ganz eigenen Mittel und Wege, um das zu bekommen, was man ihm seiner Meinung nach schuldet...


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