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04.08.2013 Von: BNA GERMANY®

Star Interview: Arjun Rampal

Arjun Rampals Aufstieg als Schauspieler ist phänomenal. Vor einigen Jahren noch wollte ihm kaum jemand die Chance als Schauspieler geben, doch durch seine schauspielerischen Darbietungen in Filmen wie „Om Shanti Om“, „We Are Family“, „Raajneeti“, „Ra.One“ oder die kürzlich veröffentlichten Filme „Heroine“ und „Inkaar“ überzeugt Arjun Rampal mehr und mehr Zuschauer und Kritiker von seiner Wandelbarkeit und seinen exzellenten schauspielerischen Fähigkeiten. So steigt er stetig die Karriereleiter Sprosse für Sprosse empor und hat sich seinen Platz an der Spitze Bollywoods durch seine Ausdauer mühsam erkämpft und verdient. Einst galt das Model als Outsider, der nicht in die Filmindustrie passt. Doch dieses Image ist Herzensbrecher und Frauenschwarm Arjun Rampal endlich los. Heute trägt er mit seinen Charakteren in Filmen teilweise den ganzen Film auf seinen Schultern. In seinem vor Kurzem erschienenen Film, dem Psycho-Thriller „Inkaar“ von Regisseur Sudhir Mishra, sieht man ihn an der Seite der Charakterdarstellerin Chitrangda Singh, eine perfekte Leinwand-Liaison, wie wir finden. Wir sprachen mit Arjun Rampal über „Inkaar“, einen Film, den wir Ihnen wärmstens empfehlen können:


Arjun Rampal

Arjun Rampal

Wie war es für Sie, mit Chitrangda Singh in einem Sudhir Mishra-Film mitzuspielen?

Arjun Rampal: Ich war mit eingangs nicht sicher, ob ich die Rolle spielen könnte, doch Sudhir und Chitrangda machten mir letztendlich die Entscheidung für den Film leichter. Ich verbrachte viel Zeit mit Sudhir und wir tauschten uns über alle möglichen Themen aus, so dass wir uns besser kennenlernen konnten, ich das Skript bis ins Detail verstand und mich auch in meine Rolle letztendlich gut hineinversetzen konnte. Chitrangda ist eine sehr tolle Performerin. Sie spielte die Rolle der Maya in „Inkaar“ so überzeugend!

Was war Ihre Erwartung an den Film und inwiefern wurde diese nach der Veröffentlichung des Films vor einigen Wochen erfüllt?

Arjun Rampal: „Inkaar“ ist ein sehr non-linearer Film und wir mussten schauen, dass wir den Zuschauer nicht allzu sehr verwirren. Zum einen musste der Film eine ernsthafte Geschichte wiedergeben, zum anderen sollte er auch kommerziell sein. Ich denke, das ist uns und vor allem Sudhir sehr gut gelungen. Sudhir beherrscht es einfach, mit den verschiedenen Schattierungen von Wahrheit zu spielen und das Publikum dazu zu bewegen, mal den einen Film-Charakter Glauben zu schenken und mal dem anderen.  So entsteht vielleicht eine gewisse Verwirrtheit beim Zuschauer, die aber den Film besonders reizvoll macht. Der Zuschauer fragt sich, wer die Wahrheit erzählt, Maya oder Rahul. Dabei ist es ja oft so, dass es kein Schwarz oder Weiß gibt, sondern die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt. Für jeden Menschen existiert eine andere Wahrheit. Der Film und auch das Thema des Films sind gut und wurden in dieser Art bisher auch noch nicht im Indischen Kino so behandelt. 

Wie sehen Sie Chitrangda Singh als Schauspielerin – eher im Arthouse oder eher im glamourösen Mainstream?

Arjun Rampal: Wer bin ich, dass ich über sie urteile? Das ist Aufgabe des Publikums und der Filmkritiker. Als Schauspieler erhielt ich sowohl von ihr als auch von Sudhir enorme Unterstützung. In „Inkaar“ geht es auch nicht darum, dass Chitrangda glamourös, cool oder charmant herüberkommen soll. Sie sollte auf keinen Fall unnatürlich oder gekünstelt herüberkommen, sondern so glaubwürdig wie möglich. Und Chitrangda spielte ihre Rolle wirklich hervorragend und realistisch. Der Film lässt auch kaum zu, dass etwas hervorsehbar ist, so auch nicht Mayas Handlungen. 

Wie beschreiben Sie selbst Ihre Rolle des Rahuls und wie zufrieden sind Sie mit Ihrer eigenen Performance?

Arjun Rampal: Ich denke, ich habe die Rolle des Rahul, eines charismatischen, immer mit einem Lächeln in seinem Gesicht herumlaufenden jungen Mannes, der vielleicht etwas blauäugig ist, ganz gut verkörpert. Rahul arbeitet schon seit über zehn Jahren in der Firma und behält selbst in knallharten Diskussionen seinen Charme. Aus Sicht eines Schauspielers bietet die Rolle des Rahul eine Menge Facetten an und viele verschiedene Gesichtspunkte, die die Rolle ausfüllen. Rahul hat verschiedene Launen in den verschiedensten Situationen in seinem Leben, aber er ist niemals all zu ernst. Er hat immer ein Lächeln auf seinen Lippen. Ich denke, ich habe ganz gut in diese Rolle gepasst.

Was denken Sie über das Thema des Films, die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, persönlich? Wie Ihr Charakter im Film ja sagt, ist zwischen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz und Flirten am Arbeitsplatz nur ein schmaler Grat…

Arjun Rampal: Dem kann ich nur zustimmen und ich denke, dass es höchste Zeit wurde, auch einmal dieses Thema in einem indischen Film aufzugreifen. Die Gesellschaft brauchte dies. Wenn eine Frau die Arbeitswelt betritt, ist sie immer Multi-Tasking, denn neben der arbeitenden Frau hat sie noch viele weitere Rollen zu erfüllen und ihnen gerecht zu werden. Männer sollten für diese Tatsache mehr sensibilisiert werden. Ich erinnere mich noch, als Chitrangda einmal fragte, wieso es so ist, dass eine Frau in der Arbeitswelt immer ihren Mann stehen muss, statt einfach für das, was sie ist, nämlich eine Frau, anerkannt zu werden. Im Geschäftsleben wird von einer Frau verlangt, knallhart zu sein und dennoch ist sie sensibel. Das ist ein zweischneidiges Schwert. Aber über all diese, teilweise auch gesellschaftlichen, Konflikte handelt „Inkaar“.

Was können wir als nächstes von Ihnen erwarten? Welche Projekte stehen an?

Arjun Rampal: „D-Day“ von Nikhil Advani und auch „Familywala“ von Neeraj Vora werden bald veröffentlicht.

Wie zufrieden sind Sie mit sich selbst als Schauspieler?

Arjun Rampal (lacht): Also im Augenblick bin ich sehr zufrieden. Ich glaube, ich lerne sehr gut dazu.

(Interview geführt: März 2013)


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