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Interviews (bis 2010)
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Guten Abend lieber Besucher von BNA GERMANY, heute ist der 21.11.2017 :: English ::
Sie befinden sich hier: Interviews (bis 2010) / Interview mit Yash Chopra / 
Produzent Yash Chopra stellt sich den Fragen von BNA-Germany

 

BNA: Der Film “Fanaa” mit Aamir Khan und Kajol kommt die Tage ins Kino. Gibt es bereits Pläne, den Film auch in Deutschland zu vertreiben?

Yash Chopra: „Fanaa“ läuft gerade weltweit in den Kinos an, auch in den USA, UK, Holland und anderen Ländern. Er ist überall erfolgreich! Für Deutschland muss er erst noch synchronisiert werden und wir suchen gerade nach einer Möglichkeit dafür. Daran arbeiten wir gerade.

 

BNA: In Hinblick auf den Vertrieb kämpft die Filmbranche ja sehr stark mit dem Problem der Raubkopien. Haben Sie Zahlen darüber, wieviel Verluste YashRaj Films dadurch hat?

Yash Chopra: Der Geschäftsverlust durch Raubkopien ist groß und unkalkulierbar. Bereits zwei Tage, nachdem „Fanaa“ in den Kinos anlief, wurden über 100.000 DVDs des Films in Frankreich und Deutschland durch Raubkopierer in den Umlauf gebracht.

 

BNA:  Wie wollen Sie zukünftig dieses Problem lösen?

Yash Chopra: Diese Gefahr kann nur in Kooperation mit den lokalen Ämtern gelöst werden, ebenso damit, dass wir unsere Filme viel früher in den verschiedenen Ländern releasen. Das ist ein laufender Prozess.

 

BNA: 2005 wurde Ihr Film “Veer – Zaara” auf der Berlinale gezeigt. Der Film war sowohl beim Publikum, als auch bei Filmkritikern ein Erfolg. Waren Sie von diesem Erfolg hier in Deutschland überrascht?

Yash Chopra: In der Tat war der Erfolg von „Veer –Zaara“ in Deutschland eine angenehme Überraschung. „Veer –Zaara“ widerspiegelt komplett die indischen Werte, Gefühle und die Landschaft Indiens, in 3 ½ Stunden und mit 8 Song-Sequenzen und einer Vielzahl indischer Traditionen. Trotzdem scheinen die Deutschen den Film zu lieben. Ich sah viele Tränen am Ende des Films in den Augen der Zuschauer. Das zeigte mir, dass Gefühle überall in der Welt gleich sind. Wir müssen nur unsere Kultur mit der jeweilig anderen Kultur teilen, um uns besser mit anderen identifizieren zu können. Gibt es einen besseren Weg, als dies durch das Medium Kino zu tun?!

 

BNA: Wie fühlten Sie sich, als Sie erfuhren, Jury-Mitglied auf der Berlinale 2006 zu sein? Sahen Sie darin den Erfolg Ihrer Arbeit bestätigt?

Yash Chopra: Als Jury-Mitglied für die Berlinale 2006 ausgewählt worden zu sein, macht mich wirklich sehr stolz und ist für mich ein Zeichen der Anerkennung meiner 50-jährigen Karriere. Ich beziehe es nicht auf meine persönliche Leistung, sondern auf die Leistung des indischen Kinos, welches nun eine weltweite Plattform hat.

 

BNA: Gibt es Pläne, weiterhin auf dem deutschen Markt präsent zu sein, z.B. durch Vertriebsbüros in Deutschland, Shootings in Deutschland oder Premieren-Shows, wie Ende April in Paris?

Yash Chopra: Sicher führt die verstärkte Nachfrage nach unseren Filmen im letzten Jahr in Deutschland dazu, dass wir die Möglichkeiten erkunden, bezüglich des Potenzials des deutschen Marktes, verstärkter Geschäftsbeziehungen und einer Erweiterung unserer Produktpräsenz auf dem deutschen Markt.

 

BNA: Sie sind jetzt 73 Jahre alt und arbeiten seit 50 Jahren in der Filmindustrie. Sie hatten viel Erfolg, aber auch einige Fehlschläge. Welcher Erfolgsmoment wird Ihnen immer in Erinnerung bleiben?

Yash Chopra: In den 50 Jahren habe ich viele wundervolle Momente erlebt, beispielsweise als ich 1973 mit meinem ersten Film “Daag” meine eigene Produktionsfirma “YashRaj Films” startete. Ich werde meinem Bruder ewig dafür danken, dass er mir zuvor die Möglichkeit gab, in seiner Firma mich als Director zu probieren. Mich begeisterte es jedoch, meine eigenen Filme zu produzieren und seit 1973, seit meinem ersten Film geht nun diese Reise. Meine Produktionsfirma hat nunmehr über 30 Filme in 30 Jahren produziert.

Der zweite schöne Moment, an den ich mich erinnere, war als mein damals 23-jähriger Sohn Aditya Drehbuchschreiber und Director seines ersten Films “Dilwale Dulhania Le Jayenge“ im Jahre 1995 war. Der Film wurde der am längsten im indischen Kino laufende Film aller Zeiten. In Mumbai läuft er noch immer, mittlerweile im 11.Jahr. Das macht mich zu einem sehr stolzen Vater.

 

BNA: Aus welchem Fehlschlag haben Sie etwas wichtiges für Ihr Leben gelernt und inwiefern?

Yash Chopra: Einer meiner Lieblingsfilme, „Lamhe“ erzielte keinen kommerziellen Erfolg. Ich erhielt viel Beifall von Kritikern für diesen Film, aber der kommerzielle Fehlschlag traf mich sehr, und ich musste erkennen, dass, wie gut auch immer ein Film gemacht ist, sich das Publikum mit den Charakteren des Films verbunden fühlen und sich mit ihnen identifizieren muss. Vielleicht kam dieser Film vor seiner Zeit und hätte noch warten müssen, produziert zu werden.

 

BNA: Ihre beiden Söhne Uday und Aditya sind auch im Filmgeschäft. Sie müssen sehr stolz auf sie sein. Wo sehen Sie die Zukunft von Uday und wo die von Aditya?

Yash Chopra: Aditya, meine älterer Sohn produziert nun, abgesehen davon, dass er ein erfolgreicher Director ist, vier Filme im Jahr für YashRaj Films und unterstützt dabei junge Talente in den verschiedensten Bereichen. Außerdem spielte er eine wichtige Rolle im Aufbau der YRF-Studios, was immer mein Traum war.

Uday macht weiter vereinzelt Filme in unseren eigenen Produktionen, aber auch anderen Produktionen. Er spielt jedoch eine führende Rolle im IT- und Rechts-Bereich unserer Firma, weil dies seine Stärken sind. Ich bin wirklich stolz auf meine Söhne und ich bin mir sicher, dass unser Unternehmen, dass ich vor über 30 Jahren aufgebaut habe, bei ihnen in sicheren Händen ist und weiter wachsen wird.

 

BNA: Was würden Sie gern deutschen Fans, dem Publikum und den Kritikern in Deutschland mitteilen?

Yash Chopra: Das deutsche Publikum gab mir während meiner letzten beiden Besuche in Deutschland soviel Liebe, die mich überwältigte. Ich kann ihnen nur sagen, dass sie weiterhin indischen Filmen offen gegegüber sein sollen, unsere Werke weiterhin fördern und unsere Werte, Gefühle und Traditionen, die wir in unseren Filmen darstellen, genießen.

 

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